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Geschichtsschreibung zwischen Tradition und Moderne

Vortrag von Prof. Dr. Pierre Monnet, Universität Frankfurt

Geschichtsschreibung zwischen Tradition und Moderne: Deutsch-französisch, europäisch, global

Für Donnerstag, 21. September, 20 Uhr, lädt die Stadtbibliothek in Kooperation mit dem Förderkreis Städtepartnerschaft Königstein - Le Cannet, dem Partnerschaftsverein Falkenstein - Le Mêle und dem Bibliotheksförderverein LeseLust zu diesem Vortrag von Prof. Monnet in deutscher Sprache ein. Er ist Teil des Programms, welches Frankreich als Gastland der Buchmesse 2017 begleitet.

Prof. Dr. Monnet ist Directeur d'études à l'EHESS und Directeur de l'institut Franco-Allemand/Sciences Historiques et Sociales der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Stadtgeschichte im Mittelalter, Politische Kulturen und Strukturen des mittelalterlichen Abendlandes, Selbstzeugnisse in der Vormoderne, Deutsch-französische Historiographie.

Er hat uns zum Vortrag, kurz gefasst, einige Hinweise gegeben: Seit einigen Jahren ist unsere Gegenwart in Frankreich, in Deutschland und in ganz Europa durch Instabilitäten gekennzeichnet: Im Aufbau Europas, durch Aufstieg des Populismus und Wiederkehr der Nationalismen, durch die sich abkapselnde angelsächsische Welt, durch Infragestellung von Normen und Werten, Terrorismus und Instrumentalisierung der Geschichte im Dienste nationalistischen Denkens usw. In diesem Zusammenhang werden Historiker als Wissenschaftler sowie als Teilnehmer öffentlicher Debatten dazu aufgefordert, Stellung zu nehmen und ihre Methoden und Erzählungen zu überarbeiten in Anbetracht dessen, dass die historische Vergangenheit wichtiger Bestandteil der Kultur und Politik europäischer Länder ist. So erscheint die Geschichtsschreibung als Tätigkeit, die nicht neutral ausfallen kann, wenn man deren Rolle zum Beispiel während der Entstehung der französischen Nation im 19. Jh. oder die während des dritten Reichs sieht.

Der Vortrag möchte aufzeigen, dass bereits seit Jahren Versuche bestehen, auf eine neue Weise Geschichte zu schreiben, die die spezifischen Gegebenheiten eines jeden Landes berücksichtigt und zugleich eine Offenheit beibehält und Vergleiche ermöglicht. Drei konkrete Beispiele, an denen der Autor beteiligt war, sollen dazu beitragen, diese Absicht zu illustrieren.

 

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