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Dolomitenwanderung, August 2009

Steile Bergwände und wilde Felstürme in den Dolomiten

Die einst aus Korallenriffen und Sedimentgestein auf dem Meeresgrund entstande-nen Steinriesen der Dolomiten, hoch über grünen Almweiden und dunklen Wäldern thronend, waren es, die eine Wandergruppe des Förderkreises der Städtepartnerschaft Königstein zu einer achttägigen Hüttenwanderung in mehr als 2500 Meter Höhe zog. Durch ungeheure Kräfte in Millionen von Jahren aus dem Wasser empor gehoben, erhielt die Felsenwelt der Dolomiten, immer wieder durch Erdbeben, gewaltige Vulkanausbrüche oder sonstige Naturgewalten zerrissen und verändert, ihre bizarre Gestalt. Alexander von Hunboldt nannte die tektonischen Vorgänge einst „die großartigste geologische Revolution“. Zu diesem Schauplatz machten sich acht Wanderer in der alten Südtiroler Bischofsstadt Brixen nach exakter Vorbereitung des bergerfahrenen Dr. Walther Sambeth mit schwer bepackten Rucksäcken auf den Weg, um ihr anspruchsvolles Vorhaben bei Kaiserwetter zu verwirklichen.

Die erste Etappe hinauf zur Plosehütte ermöglichte den Wanderern beeindruckende Blicke auf die imposante Zackenreihe der Geislergruppe und den Peitlerkofel. Der Aufstieg durch die Peitlerscharte zur Schlüterhütte am nächsten Tag vermittelte dann einen ersten Vorgeschmack auf noch folgende exponiertere Passagen. Weiter ging es durch die sich in steilen Kehren durch Steingeröll empor windende Roascharte zur Puezhütte. Zur „Königsetappe“ wurde der Weg über Crespaina und Grödner Joch zur Pisciaduhütte. Längere mit Drahtseilen und Tritthilfen gesicherte Steigungen über Felsen erforderten von der Gruppe hohe Konzentration und Trittsicherheit. Das nachtschwarze Firmament mit dem funkelnden Sternenzelt über der einsamen Bergwelt und der Blick hinab ins ferne Tal mit den flimmernden Lichtern der kleinen Bergdörfer entlohnten für die Anstrengungen des Tages. Der weitere Aufstieg durch eine großartige Felsszenerie hatte die am Sellaplateau in 2873 Meter Höhe gelegene Boéhütte am Fuße der mächtigen Pyramide des Piz Boé zum Ziel. Danach waren 600 Höhenmeter durch die von senkrechten Wänden flankierte Pordoi-Schuttrinne abwärts zu überwinden, wobei sich trotz großer Anspannung ein Prachtblick auf die gleißenden Firnfelder der Marmolada bot. 

Eine bequeme Wanderung von der Fredarolahütte über eine der schönsten Routen der Dolomiten, den sich durch Wiesen schlängelnden  Bindelweg, führte zum Fedaia Stausee. Nach dem Luxus einer Busfahrt Richtung Vigo di Fassa wurde die Tour im Wanderparadies der Rosengartengruppe fortgesetzt und noch am Abend die Vajolethütte erreicht. Noch einmal war Kondition gefordert, als am vorletzten Tag nach dem Aufstieg zum Grasleitenpass, dem Abstieg in den überwältigenden und geröllübersäten Bergkessel und einem erneuten Anstieg zum Molignonpass das geologisch hochinteressante Plateau des Naturparks Schlern erreicht wurde. Am letzten Tag war dann der faszinierende Abstieg vom Schlernhaus über 1600 Meter durch die wildromantische und verwunschen wirkende Klamm am Schlernbach nach Seis angesagt. Eine nicht alltägliche, beeindruckende Höhenwanderung hatte für die harmonische Gruppe, bei einem Durchschnittspensum von täglich 6 Wanderstunden in oft schwierigem Gelände mit 4200 Meter Auf- und 5400 Meter Abstieg, ihren Abschluss gefunden. Nicht zu vergessen, dass das schlichte Leben in den Gebirgshütten für die 62 bis 75-jährigen, die stets große Anerkennung und Komplimente für ihre Leistung erhielten, eine einprägsame Erfahrung war.
Bericht: Manfred Colloseus.

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