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15. Deutsch-Französische Wander- und Kulturwoche in der Sächsischen Schweiz und Dresden, Juni 2009

Vor 12 Jahren gab es schon einmal eine Wanderwoche mit Franzosen aus Le Cannet und Königsteinern aus dem Taunus, organisiert von Dr. Walther Sambeth und den Königsteinern aus der Sächsischen Schweiz.
Auch dieses Mal lag die organisatorische Leitung in den Händen Sambeths und eines vierzehnköpfigen Komitees aus der sächsischen Partnerstadt mit deren Vorsitzender Maria Matzke.
Die Gruppe bestand aus 32 „Tauniden“, unter ihnen der Vorsitzende des Förderkreises Dr. Reinhard Siepenkort und seine Frau, und 12 Franzosen mit dem Ehrenvorsitzenden der Association de Jumelage Gaston Fischesser und dessen Frau. Sie wurden von Bürgermeister Frieder Haase und Maria Matzke herzlich willkommen geheißen.
Ein schönes Hotel am Ortsrand vom Kurort Gohrisch war vom 3. Bis 10. Juni das Standquartier. Allgemein gelobt wurden Frühstück und Abendessen und besonders die umsichtige Direktorin und Seele des Hauses, Frau Levin, die mütterlicherseits französischer Abstammung und mit dem Nachkommen einer Hugenottenfamilie verheiratet ist.
Am ersten Tag wanderten die Geübten auf Umwegen zur Feste Königstein, hin und zurück 16 km. Da trafen sie sich mittags mit jenen, die per Auto und Pendelbus dorthin gekommen waren. Die Umrundung der Burganlage mit grandiosen Ausblicken in die Sächsische Schweiz, der 152 m tiefe Brunnen und das Schatzhaus begeisterten alle trotz der für Juni niedrigen Temperaturen und des Windes. Einige wenige waren auch an diesem ersten Tag im Barockgarten Großsedlitz und im Schloss Weesenstein, an dem Spuren von der Gotik bis zum Klassizismus zu sehen sind.
Am folgenden Tag fuhren die Wanderer zur „Schweizer Mühle“ und stiegen oberhalb vom Bielatal zur „Grenzplatte“ auf. Beim Picknick inmitten schöner Natur und der für das Elbsandsteingebirge so typischen bizarren Felsen gab es Ausblicke auf die andere Seite der Grenze nach Tschechien.  Auch Falken, die in den Felstürmen nisten, wurden gesichtet.
Für Samstag, den dritten Tag, war für die Wanderer die Bastei vorgesehen: Von Rathen aus Aufstieg , nachmittags Abstieg nach Wehlen und Rückkehr nach Königstein mit dem Elbe-Raddampfer.
Die Kulturgruppe hatte Stadtbegehung in Pirna. Dort gab es nicht nur das Canaletto-Haus (heute Stadt-Info) und das Haus Tetzels, des Mönchs, der den Ablasshandel betrieb, zu bewundern, sondern auch die ehemalige Klosterkirche St. Heinrich und die evangelische Stadtkirche St. Marien. In dieser spätgotischen dreischiffigen Hallenkirche gefiel besonders der Taufstein aus Sandstein mit den Kinderfiguren, den schon Goethe kannte und lobend erwähnte. Pirna besitzt viele Stadthäuser, die von einer reichen Vergangenheit künden. Einige haben schöne Portale oder Erker, einen mit einem tragenden Engel oder einen anderen mit drei Teufeln und dem Spruch, der alle Fragen abwimmelt: „ICH WOLDS SO HABEN, WAS FRAGST DU DARNACH“.
Der Sonntag – inzwischen war auch das Wetter wärmer – stand zur freien Verfügung. Es wurden aber doch über Mittag eine Fahrradtour, nachmittags das Konzert eines Männerchores, in dem auch der ehemalige Bürgermeister von Königstein, Herr Maiwald, mitsang, und abends ein Lichtbildervortrag angeboten über den „Malerweg“, der in mehreren Etappen durch die gesamte Sächsische Schweiz führt.
Am Montag dann als Highlight ganztägig Dresden für alle. Ein Bus holte vom Hotel ab und fuhr zum „Grünen Gewölbe“. Dort kompetente Führung von einer charmanten und fließend französisch sprechenden jungen Dame durch die atemberaubenden Schätze Albrechts des Starken. Auch die Franzosen, die ja so viele Schlösser und Kunstschätze in ihrem Land besitzen, hielten den Atem an vor so viel Reichtum und Kunstfertigkeit. In der Frauenkirche fand um 12 Uhr eine Andacht mit Orgelmusik statt und danach gab es von der Kanzel Erläuterungen zum Bauwerk, leider nur auf deutsch. Nach dem Mittagessen im Restaurant „Dresden 1900“ gegenüber der Kirche ging’s zu Fuß durchs Stadtzentrum mit Brühlscher Terrasse, katholischer Hofkirche, Fürstenzug, Semperoper und Zwinger. Auf der Rückfahrt noch ein Stopp am Pillnitzer Schloss mit Rundgang durch die schöne Anlage und den Park.
Am Dienstag, dem letzten Tag, startete die Wandergruppe mit dem „Nostalgie-Express“ nach Mezní Louka in Tschechien. Bergauf , bergab ging’s, meistens durch Wald zum Großen Prebischtor. Das ist ein schon im 19. Und 20. Jahrhundert gern besuchter natürlicher Felsbogen. Heute darf man ihn nicht mehr überqueren wegen der Abnutzung, aber man kann ihn von allen Seiten bestaunen und fotografieren. Im Falkennest, einem historischen Gasthof, der förmlich an der Felswand klebt, wurde gegessen, natürlich fast alles mit böhmischen Knödeln.
Die sich für Kultur entschieden hatten, fuhren mit dem Zug von Königstein nach Meißen und besichtigten dort die Porzellanmanufaktur, die Altstadt und den Dom.
Die  Wanderer legten an vier Tagen mehr als 50 km auf Schusters Rappen zurück. Alle Wanderungen, alle Kulturgänge wurden immer von mindestens 2 Mitgliedern des Freundeskreises Königstein/Sachsen geleitet und begleitet. Sie begrüßten und verabschiedeten die „Tauniden“ und Franzosen auf's Herzlichste und waren immer abends im Hotel, um das Programm für den folgenden Tag zu verkünden. Besonderen Dank an Maria und Erich Matzke, Rudolf Maiwald und an alle, die so voller Tatkraft und Einsatz zum erfolgreichen Gelingen beigetragen haben! Gaston Fischesser verband seine herzlichen Dankesworte mit einer Einladung an die Königsteiner nach Südfrankreich, dann zur 16. Deutsch-Französischen Wanderwoche.

Text: Iris Mensing Bilder: Eberhard Mensing/Walther Sambeth/Manfred Colloseus

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