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Förderkreis im Tal der Loire, September 2009

Die Partnerstädte Königstein und Le Cannet-Rocheville sind auf der Grundlage des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages seit 1972 verschwistert. Diese Freund- schaft pflegt und belebt der Förderkreis der Städtepartnerschaft seitdem auf unter-schiedlichen Ebenen, z.B. durch Reisen, um französische Kultur und Lebensart besser kennen zu lernen. So auch jetzt, als sich 33 Teilnehmer per Bus auf den Weg machten, um das landschaftlich reizvolle und durch seine Schlösser, Klöster und Kirchen für die europäische Geschichte bedeutsame Tal der Loire zu erkunden und die Zeit von Königen, Sakralbauten und Kunst im Wandel der Jahrhunderte hautnah zu erleben. Die mit profunden Kenntnissen vom Förderkreisvorsitzenden Dr. Reinhard Siepenkort und Ehefrau Marie-Charlotte vorbereitete abwechselungsreich gestaltete Reise sollte zu einem Erlebnis der besonderen Art werden.
Troyes in der Champagne mit historischem von Fachwerk geprägtem Stadtkern und der lichterfüllten Kathedrale war Zwischenstation, bevor die Gruppe das Renaissance-Schloss von Sully an der Loire erreichte. Nicht weit von Sully befinden sich in der Krypta der romanischen Basilika von St. Benoit kostbare Reliquien des Hl. Benedikt von Nursia, der als Stifter des abendländischen Mönchtums und Europaheiliger verehrt wird. In dem unscheinbaren Ort Germigny-des-Prés birgt das kleine Kirchlein, das zu den ältesten Sakralbauten Frankreichs zählt, das einzig erhaltene karolingisch-byzantinische Mosaik Frankreichs. Beide Kleinode wurden natürlich aufgesucht. 
In den nächsten Tagen war das königliche Blois Ausgangspunkt für Besichtungen.  Nur zwei der Loireschlösser dienten jemals als Herrschersitz. In allen weiteren frönte man in dieser begnadeten Landschaft der Lust und Jagd oder baute sie für Mätressen. Das Schloss von Blois mit seinem legendären achteckigen Treppenturm atmet noch die Geschichte, die eng mit Persönlichkeiten wie König Franz I., Katharina von Medici, König Henri III. oder mit der Ermordung des Duc de Guise zur Zeit der Religionskriege verbunden ist. Chambord, das wohl bekannteste und mit über 400 Räumen und riesigem Park größte Schloss, war mit seiner bestechenden Silhouette einst eindrucksvolle Kulisse für wichtige Staatsbesuche und mit den angrenzenden Wäldern Jagdgebiet. Geschichte über viele Jahrhunderte schrieb Schloss Amboise. Immerhin residierten dort fünf Könige. Nicht nur weil Leonardo da Vinci gegen Ende seines Lebens hier wirkte und starb, galt Amboise als italienischstes aller Loire Schlösser. Nach einer Bootsfahrt auf dem Fluss Cher brachte das elegante Schloss Chenonceau mit wertvollen Gemälden, bezaubernden Gärten und Blumenarrangements die Gruppe zum Schwärmen. „Das Château der Damen“ ist neben Versailles das am meisten besuchte französische Schloss. Eine Weinprobe und eine abendliche Kutschfahrt mit anschließendem Genuss lukullischer Leckereien und edler Tropfen an historischer Stätte in Blois bereicherten das Programm.
Auf der Weiterfahrt wurde in Orléans eine Stippvisite eingelegt, nicht ohne in der imposanten Kathedrale Sainte Croix der Nationalheiligen und Lichtgestalt des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England, Johanna von Orléans (Jeanne d ̀̀̀̀̀Arc), zu gedenken. Im durch seine Fayence-Manufaktur weltweit bekannten Gien stand das Schloss mit internationalem Jagdmuseum auf dem Programm. Nach kurzem Stop an der im 19. Jahrhundert bei Briare von Gustav Eifel erbauten Kanal-brücke über die Loire war das für seinen Sauvignon Blanc berühmte malerische Winzerstädtchen Sancerre in den Loirehügeln nächstes Ziel. Charité-sur-Loire mit der mächtigen Prioratskirche und nach Verlassen der Loire im burgundischen Vézelay die berühmte Basilika Sainte Madeleine aus dem 12./13. Jahrhundert mit Reliquienschrein der Heiligen Maria Magdalena waren weitere markante Eckpunkte. Gleiches galt auch für die Burg Epoisses, vormals eine wichtige Festung im Herzogtum Burgund. Am Armançon liegt, von einer gewaltigen Stadtmauer geschützt, Semur-en-Auxios mit der eindrucksvollen Kirche Notre-Dame. Hier fand die Fahrt bei einem festlichen Essen ihren vorläufigen Abschluss. Ein Höhepunkt sollte auf der Heimreise allerdings noch die Besichtigung der romanischen Abtei Fontenay werden. 1118 von Bernhard von Clairvaux gegründet, handelt es sich um eines der ältesten Klöster der Zisterzienser. Heute ist die gepflegte einmalig schöne Anlage im Besitz einer kunstliebenden Familie und seit 1981 UNESCO Weltkulturerbe.
Der Förderkreisvorsitzende Dr. Reinhard Siepenkort stellte in seinem Resümee mehr als zufrieden fest, dass in einem an Höhepunkten reichen Vereinsjahr die 7-tägige Reise an die Loire einen besonderen Stellenwert einnimmt, da in gelungener Weise Geschichte und Kultur des Landes, „La France Profonde“, im Herzen Frankreichs vermittelt werden konnte, wie die zahlreichen zufriedenen Äußerungen der Reise-teilnehmer bestätigten.
  

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