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Förderkreis auf Burgundreise, September 2011

Um die Liebe zu Frankreich zu vertiefen, organisierten Dr. Reinhard Siepenkort und Frau Marie-Charlotte im September eine Busreise nach Burgund, an der 32 Mitglieder teilnahmen.
Erste Station war die Stadt Belfort, die Pforte zu Burgund, in der Franche-Comté. Überragt wird die Stadt von der mächtigen Festung, eine der Meisterleistungen Vaubans, des berühmten und erfolgreichen Festungsbaumeisters Ludwigs XIV, der damals für das gesamte französische Festungswesen zuständig war. Unterhalb der Festung liegt majestätisch der Löwe aus rosa Vogesensandstein, dessen Schöpfer wir schon auf der vorherigen Reise im Elsass kennen lernten: Bartholdy wurde in Colmar geboren und schuf auch die Freiheitsstatue in New York. Auf einer Rundfahrt im „Petit Train“ zogen die elsässisch anmutende Altstadt, Rathaus, Markthalle und Kathedrale an uns vorüber.
Während der Busfahrt unterhielt uns Marie-Charlotte mit interessanten Vorträgen, einen über den Absinth und seine schlimmen Folgen, und wir waren sehr gespannt auf den Nachtisch, der eine Spur dieses teuflischen hochprozentigen Alkohols enthalten sollte. Auch auf die nächste Etappe, Besançon, wurden wir vorbereitet mit zwei Gedichten von Victor Hugo, Sohn dieser Stadt: Trauer über den Tod seiner Lieblingstochter und eine Satire über Napoleon und dessen Bienenmantel.

Besançon liegt auf einer Halbinsel in einer Mäander-Schleife des Doubs, strategisch äußerst günstig, und wird von einer noch riesigeren und eindrucksvolleren Vauban-Festung überragt. Heute zählt sie wegen ihrer Größe und Vollständigkeit zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Besichtigung des Forts und der schönen Stadt mit der einheimischen Fremdenführerin waren ein „Muss“ und eine Freude. Sie zeigte die stattlichen Häuser aus blaugrauem Tuffgestein, viele mit schönen Innenhöfen, in denen steinerne und hölzerne Treppenaufgänge den Zugang zu mehreren Häusern bildeten, auch den Marktplatz mit Brunnen, die Kathedrale, den Triumphbogen aus römischer Zeit und die Jugendstilhäuser aus den Tagen der Bäderkultur der Stadt. Das Abendessen fand in einem wunderschönen Jugendstil-Restaurant statt.
Auf dem Weg nach Tournus machte der Bus einen kurzen Stopp in Louhans, dem Städtchen mit den 157 Arkaden und dem schönen Blumenschmuck. Bekannt sind Ort und Umland auch wegen der besonders leckeren Bresse-Hühner, über deren streng geregelte Aufzucht Dr. Walther Sambeth zu berichten wusste.

Zu Tournus gehört die Abteikirche St. Philibert aus dem 11./12. Jahrhundert, die als Paradebeispiel reiner Romanik gilt. Nach der Führung durch Kirche und Ort erwartete uns eine spezielle Weinprobe mit Wurst und Brot im Kreuzgang. Gut gestärkt kehrten wir in die Kirche zurück, wo ein begabter ehemalige Notar ein wunderschönes Orgelkonzert für uns spielte.

Brançion, westlich von Tournus gelegen, ist ein malerisches mittelalterliches, jetzt verlassenes Dorf mit Schlossruine. Es beeindruckte uns auch durch seine Lage auf einem Hügel mit großartigem Rundblick. Die kleine romanische Kirche war leider verschlossen, nur durchs Schlüsselloch konnte man das Innere und einige Fresken erspähen. Noch eine romanische Kirche wurde in Chapaize besucht mit einem lombardischen Campanile und innen von der Senkrechten abweichenden Rundpfeilern.
Nach einer abenteuerlichen Fahrt auf einen Berg in der Nähe von Berzé-la-Ville fanden wir die romanische zweistöckige „Chapelle des Moines“ versteckt hinter Wohnhäusern. Die Oberkapelle belohnte uns mit leuchtend farbigen Fresken, besonders eindrucksvoll war der thronende Christus in der Mandorla. Andere Fresken zeigen Märtyrer und Heilige, die in Cluny verehrt wurden. Die Kapelle gehörte einst zum dortigen Kloster und einer seiner Äbte verbrachte hier seinen Lebensabend.
Nach all den Kirchen zur Abwechslung ein Schloss: Cormatin wurde im 17. Jahrhundert für den Gouverneur von Chalon errichtet, jetzt gehört es zwei Kunsthistorikern. Zu sehen sind ein 25m hohes Treppenhaus und prunkvolle Gemächer, „Salles Dorées“. Das Arbeitszimmer des Marquis, reich vergoldet und mit Wandgemälden geschmückt, und die Räume der Marquise mit herrlichen Decken in Gold und Blau und vielen symbolischen Bilddarstellungen. Im großen Garten spazierten wir zwischen Buchsbäumen, die zu Tierfiguren geschnitten waren. Ein Belvedere, zu dem man zwischen Wellensittich-Volieren hinaufsteigen kann, stellt die Verbindung zwischen Erde und Himmel dar.

Letztes Ziel unserer Reise war Mâcon, eine bedeutende Weinstadt, besonders der Weißwein wird gerühmt. Von der in der Revolution zerstörten Kathedrale steht nur noch der Chor, der neue Dom im klassizistischen Stil wird von der Bevölkerung nicht geliebt, erfuhren wir. Das älteste Haus ist ein mehrstöckiges, mit Figuren verziertes Holzhaus, dessen Vergangenheit im Dunkeln liegt. Schön war es, besonders abends, am Ufer der Saône zu spazieren und die Spiegelung der Brücke und der Lichter zu sehen.
In Mâcon wurde der romantische Dichter Lamartine geboren. Wir besichtigten das ihm gewidmete Museum mit Dokumenten, Gemälden und Möbeln. Zuvor schon hatte Marie-Charlotte uns mit einem Gedicht von ihm und mit dem abwechslungsreichen Leben des Dichters bekannt gemacht. Im „Maison des Vins“ speisten wir gut und konnten Weine kaufen. Auch eine eigentlich unverkäufliche Flasche mit dem Konterfei des schönen M. Lamartine gelangte nach längeren Verhandlungen als Andenken in den Besitz Marie-Charlottes.
Der berühmteste Weißwein des Mâconnais ist der Pouilly-Fuissé, von einer Chardonnay-Rebe stammend. Wir konnten ihn und weitere Weine in einer stattlichen Domaine unterhalb des Felsens von Solutré probieren. Natürlich wurde der Felsen, der wie ein Schiffsbug über den Weinhängen herausragt, von den meisten von uns bestiegen und wir wurden mit der herrlichen Aussicht belohnt.

Ein Höhepunkt der Rückreise von Mâcon (in einem mit Wein beschwerten Bus) war die Besichtigung der königlichen Salinenanlage von Arc-et-Senans. In erster Linie sollte die Anlage aus dem 18. Jahrhundert der Salzgewinnung dienen, aber der Baumeister Claude-Nicolas Ledoux konzipierte eine ringförmig angelegte Idealstadt mit Kirche, Markt, Bad, Freizeithaus usw.. Nur die Salinengebäude und Werkstätten, das Haus des Direktors  und die Arbeiterwohnungen wurden errichtet. Die Schönheit der Anlage verdient zu Recht das Prädikat Weltkulturerbe.

Auf besonderen Wunsch einiger Teilnehmer fuhr unser Fahrer dann noch hoch hinauf zu Le Corbusiers „Notre Dame du Haut“ nahe Ronchamps. Zur Zeit ist dort eine Baustelle: Ein neues Besucherzentrum, ein kleines Kloster und ein größerer Parkplatz entstehen. Aber die weiße Kapelle mit ihrem markanten aufwärts geschwungenen dunklen Dach ist immer noch ein Magnet für Wallfahrer, Betende und Besucher.
Wir haben so viel gesehen und erfahren, hatten immer schönes Spätsommerwetter, es gab immer gutes und reichliches Essen mit dazu gehörendem Wein – eine rundum gut vorbereitete und gelungene Reise!

Ein großes Dankeschön an das Organisationsteam Reinhard und Marie-Charlotte!
Iris Mensing




















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