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Provence-Reise

Voller tiefer Eindrücke sind wir am Montag Abend wieder wohlbehalten in Frankfurt gelandet. Diese Reise in die Provence, war sicher für uns alle unvergessliches Event. Nochmals von dieser Stelle aus, ein großes" MERCI" an Marie-Charlotte und Reinhard Siepenkort. Man kann ganz klar und deutlich feststellen, dass Ihr beide uns die Provence auf eine charmante, farbenfrohe, kulturelle und kulinarische Weise näher gebracht habt. Ihr habt uns so "gekitzelt", dass die Neugier nach weiteren Erforschungen der Provence auf ein beachtliches Niveau angestiegen ist. Selbst bei einigen, die schon unzählige Male diese Region bereist haben, hat dieser "Provence-Virus" wieder einmal zugeschlagen.

Sicher haben wir alle unzählige Bilder im Kopf und auch in der Kamera. Bitte nach weiter unten scrollen, dort finden Sie die Fotos dieser beindruckenden Reise. Mit der linken Maustaste bitte auf die Bilder klicken. 

Anbei zunächst der ausführliche Reisebericht von Iris Mensing

Eine Reise in die Provence
Eine weitere Reise nach Frankreich war schon länger geplant vom Vorsitzenden des Förderkreises Dr. Reinhard Siepenkort und seiner Frau Marie-Charlotte, bei denen auch die Reiseleitung lag.  Frau Siepenkort informierte uns in ihrer charmanten Art detailliert und kompetent über das reichhaltige Programm.
Wir, 35 Mitglieder und Freunde der Städtepartnerschaft, besuchten die Städte Aix-en-Provence, Arles, Avignon, Marseille und Nizza. Wir sahen Kirchen und Klöster, Baudenkmäler der neueren Zeit und der Griechen und Römer. Wir lernten die Wirkungsstätten und Ateliers berühmter Maler kennen, auch deren Museen.
Das Wetter war zwar die ersten zwei Tage kühl und regnerisch bis zu einem heftigen Gewitter, dann aber bekamen wir die trockene Hitze und das besondere Licht der Provence, wie gewünscht.
Und die Landschaft! Man muss sie lieben mit ihren wie Pfeile in den Himmel aufragenden Zypressen, mit Weinfeldern, Olivenhainen, auch Steppen ähnlichen Weideflächen für Schafe. Die Düfte der Mittelmeersträucher und Blumen stiegen in unsere Nasen. Meist waren die berühmten Montagne Ste. Victoire oder Mont Ventoux in Sichtweite. Last but not least wurden wir mit kulinarischen Höhepunkten verwöhnt.
Unser erstes Hotel lag in Aix-en-Provence. Von 1100 bis zur französischen Revolution war Aix Hauptstadt der Provence, seit 1481 gehört die Stadt zu Frankreich. Es ist eine schöne Stadt, eine Stadt der Brunnen (25 öffentliche, zahlreiche private), der Stadtpaläste (hôtels particuliers) und der Plätze. Die breite, von Platanen gesäumte Flaniermeile heißt „Cours Mirabeau".
Arles erreichte seine Blütezeit unter den Römern, die der Stadt ein zweigeschossiges Amphitheater von 140 × 103 m, 25.000 Zuschauer fassend, hinterließen. Heute dient es als Stierkampfarena. Auch ein antikes Theater mit 12.000 Sitzplätzen bauten die Römer, dort fand man auch 1651 die berühmte „Venus von Arles" ( im Louvre zu bewundern). Apropos Venus: Die Frauen von Arles gelten als besondere Schönheiten und alle drei Jahre wird eine als Königin gewählt.
Auch in Avignon wohnten wir. Unser Hotel, ein ehemaliger Bischofssitz, lag nahe am festungsartigen Papstpalast. Avignon, wie Arles zum UNESCO-Weltkulturerbe zählend, ist noch vollständig von Stadtmauern umgeben. Außerhalb der Mauern fließt die Rhone, halb überspannt von der durch ein Lied berühmt gewordenen Brücke.
Am Samstag fand in ganz Frankreich das „ Fête de la Musique" statt und wir erlebten es in Avignon, wo wir abends von Platz zu Platz schlenderten, um Bands und Chöre zu hören. Es herrschte überall eine gute, fröhliche Stimmung bei sommerlich warmen Wetter.
In Marseille machten wir eine Stadtrundfahrt mit dem „Petit Train", deren Höhepunkt der Halt auf dem Hügel mit der Kirche „Notre-Dame de la Garde" war. Welch ein Panoramablick auf Stadt, Hafen und Meer! Und die von Christoffle neu vergoldete Marienstatue auf dem Kirchturm glänzte in der Sonne.
Marseille, das 600 v. Chr. von den Griechen gegründete Massalia, war immer ein wichtiger Hafen und Schmelztiegel verschiedener Völker. Die Hafeneinfahrt schützen zwei mächtige Forts: St. Jean auf der Süd- und St. Nicolas auf der Nordseite.
Neu und speziell für das Jahr 2013 errichtet - da war Marseille Kulturhauptstadt Europas - sind zwei Museen am Hafen: das „MuCem" und das „Mediterraneo". Besonders gefällt das MuCem, ein riesiger Würfel, teilweise verglast, davor schwarze durchbrochene Außenwände, ähnlich wie zu Stein gewordene Spitze. Auf dem Dach ist ein Restaurant und ein Außenrundgang.
Der Abschluss unserer Städtebesuche waren unsere Partnersstadt Le Cannet und Nizza, von dort flogen wir auch zurück nach Frankfurt. Zu Fuß, begleitet von einer besonders netten und kundigen österreichischen Stadtführerin, ließen wir die Schönheit und Eleganz dieser Stadt auf uns wirken. Welch eine Promenade, welch eine Bucht, und welch vornehme Hotels und prächtige Häuser sie säumen! Auch der italienische Einfluss ist spürbar - viele Villen oberhalb des Yachthafens leuchten im Pompeji-Rot. Im Wohngebiet Cimiez steht auch der weitläufige Sommerpalast der Königin Victoria. Reiche Engländer waren es, die Nizza wegen des milden Klimas als idealen Ort zum Überwintern entdeckten. Wir wanderten auch über den schönen gerade erst eröffneten Grüngürtel um die Altstadt - den Fluss hat man einfach unter die Erde gelegt und überbaut.
Von den Kirchen wird uns besonders die Kathedrale Saint-Trophime in Arles in Erinnerung bleiben. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist dem Heiligen gewidmet, der die Provence christianisierte und deren erster Bischof er war. Eindrucksvoll ist die „Bibel in Bildern" am Hauptportal, und der Kreuzgang gilt als der schönste der Provence.
In Saint-Maximin-la-Sainte-Baume soll der Sage nach Maria Magdalena gelandet und später gestorben sein. Ihre Reliquien werden in der gotischen Basilika aufbewahrt und ziehen viele Pilger an. Auch befindet sich eine der größten Barockorgeln in dieser Kirche. In letzter Zeit wurde der Ort durch die kirchliche Trauung eines Prinzen von Luxemburg mit einer Hessin - die standesamtliche fand in Königstein statt - bekannt. Das Paar soll in der Nähe in einem Weingut leben.
Einen großen Eindruck hinterließ auch das abseits gelegene Zisterzienserkloster Sénanque, in dem wir eine Führung hatten, die umfassend über das von Beten und Arbeiten bestimmte Leben der Mönche informierte. Heute leben noch neun Mönche dort, sie unterstehen dem Abt des Klosters Saint Honorat auf der Insel in der Bucht von Cannes.
Wer lebte immer in der Provence und malte die Montagne Ste. Victoire aus verschiedenen Perspektiven zu jeder Tages-und Jahreszeit? Cézanne, geboren in Aix und dort zur Schule gegangen. Seinen späteren Wohnsitz „Jas de Bouffan" konnten wir mit vorbestellter Führung betreten. Cézanne hatte alle Wände des Salons im Erdgeschoss mit Gemälden geschmückt. Leider wurden sie abgetragen und größtenteils nach USA verkauft. Dank einer Videoshow entstanden sie aber vor unseren Augen in voller Schönheit wieder. Später musste Cézanne sein geliebtes Haus verkaufen und er erwarb ein neues, das so genannte „Atelier" mit einem sehr großen Fenster zum Garten. Dank einiger Privatinitiativen blieben das Mobiliar und viele Gegenstände erhalten, die auf zahlreichen seiner Gemälde zu entdecken sind.
Wir besuchten auch das „Musée Granet" mit der Salle Cézanne und zahlreichen Gemälden von Picasso, Mondrian, Delacroix, Léger ...
Ein Museum ganz anderer Art war das Museum Vasarely in Aix. Vasarely, ein Maler und Grafiker ungarischer Abstammung, stellt dort seine Riesenleinwände aus. Diese Kunst heißt „Op-Art" und besteht hauptsächlich aus optischen Täuschungen, die aber faszinieren.
Über Matisse erfuhren wir, dass er in der Normandie geboren wurde, aber sein ganzes späteres Leben erst in Paris, dann wegen seiner angegriffenen Gesundheit in Nizza verbrachte. Er wurde im Garten des ehemaligen Franziskanerklosters in Cimiez begraben. Gleich in der Nähe befindet sich das Matisse-Museum, wo wir die Sonderausstellung seiner Odalisken, viele seiner Gemälde und seine späten und so berühmten Scherenschnitte sahen.
Wer mit Siepenkorts reist, wird immer auch die kulinarischen Genüsse und Weine Frankreichs kennen lernen. So waren wir in einer Couscousserie in dem Örtchen Vauvenarques und ließen uns auf der Terrasse „Alouettes sans Têtes" schmecken. Nein, wir aßen keine Lerchen, sondern kleine Rinderrouladen in Rotweinsoße. Plötzliche und ergiebige Regenfälle, sogar Gewitter, ließen uns ins Innere des kleinen Lokals flüchten, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Von Marseille aus fuhren wir die „Corniche" am Meer entlang ins Fischerdörfchen Goudes. Im Restaurant dort gab es die „Vraie Boullabaisse", sogar das (deutsche und französische) Dritte Programm filmte die Zeremonie. Der Wirt, eine Art griechischer Odysseus, erzählte gestenreich, was serviert werde: Erst die Fischsuppe aus edlen Fischen mit Croûtons und Rouille; dann wird der Fisch im Ganzen präsentiert, anschließend filetiert und serviert. Dazu reicht man noch mal Suppe mit einem Krebs oder Crevetten.
Auch in Nizza kehrten wir mittags ein, und zwar in einem Restaurant am „Cour Saleya" in der Altstadt. Wieder saßen wir draußen, direkt am Antiquitätenmarkt. Auf dem gemischten Vorspeisenteller lagen auch „Socca", eine Nizzaer Spezialität. Sieht aus wie Reibekuchen, sind aber Kichererbsenfladen in Öl frittiert. Als Hauptgang gab es Fisch, danach einen „Café Gourmand", das sind dreierlei Nachtische und eine Tasse schwarzer Kaffee.
Zu einem Weingut, in die „Domaine St. Ser" bei Puyloubier, wurden wir auch in unserem Bus gefahren und probierten Weiß-, Rosé- und Rotwein. Das Weingut liegt landschaftlich besonders schön inmitten gepflegter Weinfelder und hat die Montagne Ste.-Victoire als Kulisse.
Absinth, lange Zeit verrufen, ist inzwischen wieder ein „In-Getränk". Wir probierten ihn bei einem Liquoristen, der uns erklärte, dass Absinth normalerweise aus Wermut (Pflanze: Artemisia), Anis, Fenchel und vielen anderen Kräutern hergestellt wird. Der Alkoholgehalt beträgt zwar immer noch mindestens 45 %, jedoch ist der Thuyon-Gehalt (ein Neurotoxin), der Halluzinationen hervorgerufen hat, inzwischen größtenteils herausgefiltert. Uns schmeckte er gut, ähnlich wie Pastis, aber etwas bitterer.
Käse hat immer zu Frankreich gehört, also stand auch eine Fromagerie in Aix auf dem Programm. In dem älteren Haus waren ein Laden mit einem reichhaltigen Sortiment sowie ein Restaurant über zwei Etagen und Dachterrasse vereint. Größere und kleinere Mahlzeiten wurden dekorativ und schmackhaft auf Teller gezaubert.
Da unsere Freunde aus der Partnerstadt Le Cannet von unserer Reise wussten, hatte das dortige Komitee es sich nicht nehmen lassen, uns zu einem Apéritif und einem Mittagessen in ein Strandrestaurant in Cannes einzuladen. Auch zahlreiche Cannetaner kamen ... Bei großer Hitze, die Badenden und Sonnenanbeter vor uns, verspeisten wir ein Dreigang-Menü. Dr. Siepenkort überreichte mit herzlichen Dankesworten Wein von der besuchten Domaine Saint Ser am Montagne Ste. Victoire als Gastgeschenk an den Vorsitzenden François Aigrot.
Ein gelungener Abschluss unserer Reise, auf der wir so viel (und noch mehr als in diesem Bericht steht) sahen und erlebten, dass wir noch einige Zeit brauchen werden, um all die Eindrücke zu verdauen. Ein großes Dankeschön an das Organisationsteam Siepenkort und auch an die Mitglieder, die aktiv mitgeholfen haben, diese Reise zu einem gelungenen Erlebnis zu machen.

Iris Mensing



Provence, wir kommen

Landeanflug auf Marseille


Landeanflug auf Marseille







Das Ehepaar Siepenkort prostete den Teilnehmern zu



Ein starkes Gewitter unterbracht.

das Mittagessen in Vauvenargues























Abstecher in das Museum Vasarely






Abendessen in der Fromagerie





Aix-en-Provence bei Nacht


Standrundfahrt in Marseille





Bouillabaisse im Fischerdorf Goudes











Besichtigung von Arles
















Fototermin vor der Kulisse von Gordes





Besuch der Zisterzienserabtei Snanque







Blickauf den Mont Ventoux

Unser Busfahrer mit Reinhard Siepenkort








Essen am Strand von Cannes

auf Einladung unserer Cannetaner Freunde





Das Hotel de Ville von Le Cannet

Besuch bei Chagall


Ds Nobelhotel Negrscoin Nizza

Rundgang durch Nizza






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