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Pressespiegel


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Förderkreis der Städtepartnerschaft entdeckte das Burgund

Königsteiner Woche vom 18.10.2001

Den Charme der französischen Provinz zu entdecken, war das Ziel von 33 Reiseteilnehmern des Förderkreises der Städtepartnerschaft Königstein - Le Cannet bei ihrer diesjährigen Frankreich-Reise, die nach Nordburgund führte. In den beiden Vorjahren hatte man bereits Paris sowie das südliche Burgund mit Lyon in Kurzreisen erkundet. Die erste Etappe führte nach Dole, Kreuzungspunkt deutsch-französischer Geschichte und ehemalige Hauptstadt der Freigrafschaft Burgund, malerisch am Fluß Doubs gelegen. Eine erste abendliche Begegnung mit der Geschichte der Kreuzfahrer gab es im Gewölbe des Restaurants „Les Templiers“. Am nächsten Tag wurde nach einer Fahrt durch die berühmten Weinberge der Cote d’Or und an Wiesen mit unzähligen Carolais-Rindern vorbei Autun erreicht. Die Kathedrale St. Lazare mit ihrem bekannten Tympanon und den ausdrucksvollen Kapitellen, das Museum Rolin mit Werken aus keltischer Zeit und romanischer Kunst - die sinnlichste Eva des Mittelalters in Stein - wurden mit viel kunsthistorischer Kompetenz erläutert. Autun war zu Caesars Zeitenprachtvolle römische Stadt an der Grenze des Reiches, wie noch heute an den imposanten Stadtbefestigungen und dem Amphitheater erkennbar ist. Etappenziel war dann Avallon, eine reizende Kleinstadt in der Mittelgebirgslandschaft des Morvan.

Die Eleganz des Dekolletés

Nachdem in einem privaten Bekleidungsmuseum unter anderem die Frage nach der Eleganz des Dekolletés zu den verschiedenen Tageszeiten vom 18. bis 20. Jahrhundert beantwortet wurde, fand man sich zum abendlichen Menue regionaler Spezialitäten und zur Übernachtung in einer romantischen ehemaligen Mühle ein. Der ehemalige Bürgermeister und Parlamentsabgeordnete Dr. Grézard und seine Gattin hatte es sich nicht nehmen lassen, die Gruppe aus Königstein zu begrüßen. Der Sonntagmorgen in Vézelay war ein Erlebnis geistlicher und historischer Erfahrung. Vézelay war jahrhundertelang ein Kulminationspunkt europäischer Geschichte, Ausrufungsort des 1. Kreuzzuges 1146, Wallfahrtsort und wichtige Etappe auf der Pilgerstraße nach Santiago de Compostella. Die Führung in der einmalig schönen romanischen Basilika durch eine junge Schwester des aufstrebenden Jerusalem-Ordens blieb allen unvergesslich, wie auch das anschließende Hochamt in dem sonnendurchfluteten, von Chorgesängen und Weihrauch erfüllten historischen Gotteshaus. Nach einem Picknick mit duftenden Gougeres, großen burgundischen Käse-Windbeuteln, die Frau Grézard spontan herbeigezaubert hatte, ging es weiter nach Auxerre, Hauptstadt Niederburgunds, reizvoll auf einem Hügel am Ufer der Yonne gelegen. Eine ausgezeichnete Stadtführung beinhaltete auch die Krypta der Abtei St. Germain mit den wohl ältesten französischen Fresken, denen des Hl. Stephanus aus karolingischer Zeit.

Die Weinfreunde kamen nicht zu kurz

Bei den vielen historischen und kulturellen Eindrücken kamen die Weinfreunde nicht zu kurz, wie es sich für Frankreich gehört. Die weltberühmte Weißweinregion Chablis wurde mit einer Stadtbesichtigung, Weinbergsführung und Kellerprobe ausgiebig erkundet. Nach einem rustikalen Picknick, wieder von einer französischen Freundin, Frau Poux, organisiert, ging es mit dem ganzen Bus in die riesigen Höhlen von Bailly, in denen heute burgundischer Sekt, Crémant de Bourgogne ausgebaut wird. Am folgenden Tag wurde ein junger ambitionierter Winzer in Tonnerre besucht, der seien Wein dem langsamen Rhythmus der Natur entsprechend an- und ausbaut und sogar klassische Musik und Jazz in seinen Kellern abspielen lässt, um so die harmonische Entwicklung des Weins zu fördern. Die Weinprobe bestätigte dann auch wirklich hohe Qualität. Entsprechend den diversen Möglichkeiten füllte sich der Kofferraum des Busses mit Kartons guter Tropfen. Den diesbezüglichen Schlusspunkt setzte eine Verkostung von edlen Fruchtlikören der Region bei einem urigen Liquoristen, vermittelt über persönliche Kontakte von französischen Freunden. Den Abschluss der Reise ins unbekannte Burgund bildete die Stadtbesichtigung von Tonnerre mit dem Hotel Dieu, einem ehemaligen Hospital aus dem 13. Jahrhundert, ähnlich dem in Beaune, aber 150 Jahre älter, und der Fosse Dionne, das Zisterzienserkloster Pontigny und das als Gesamtheit wunderbar erhaltene mittelalterliche Städtchen Noyers. Reiche Entdeckungsreise Mit den schönen Fachwerkhäusern diente es schon oft als Filmkulisse. Die Stadtführerin empfing die Gruppe charmant im mittelalterlichen Kostüm. Das Schloss von Tanlay, im 16. Jahrhundert erbaut und zeitweise Ort hugenottischen Widerstands, setzte den Schlusspunkt dieser nach Meinung der Teilnehmer reichen Entdeckungsreise in das schöne Partner- und Nachbarland, mit der französischen Kultur und Lebensart näher gebracht werden sollte. Informationen im Internet unter: www.le-cannet.de.

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