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Pressespiegel


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30 Jahre Partnerschaft - 130 Franzosen feierten mit

Taunus-Zeitung vom 21.05.2002

Angeführt von einer prachtvoll gewandeten Abordnung des Burgvereins und unter den Klängen provenzalischer Musik der „Académi du Miejour“ zog die Festversammlung zum neuen Rathaus. Im Sitzungszimmer des Magistrats trugen sich die Gäste aus Königsteins Partnerstadt Le Cannet-Rocheville in das Goldene Buch der Stadt Königstein ein: Bürgermeisterin Michele Tabarot, Francois Aigrot, neuer Präsident des Partnerschaftskomitees Le Cannet, und dessen Ehrenpräsident Gaston Fischesser. Sie waren, gemeinsam mit 130 Landsleuten, in den Taunus gereist, denn es galt, das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft zu feiern.

Die Gäste aus Südfrankreich wurden unter anderem begrüßt von Landrat Jürgen Banzer (CDU), Stadtverordnetenvorsteher Ulrich Gruber, Bürgermeister Siegfried Fricke (CDU) und Erstem Stadtrat Klaus Dehler (SPD) sowie dem Vorsitzenden des Fördervereins Städtepartnerschaft, Dr. Reinhard Siepenkort.

Die Kenntnis der gemeinsamen, teilweise schmerzvollen Geschichte ermögliche es, Vorurteile und Grenzen zu überwinden. Städtepartnerschaften komme dafür eine herausragende Bedeutung zu, so Fricke. „Sie sind ein wichtiger Mosaikstein im historischen Prozess der Einigung Europas.“ Und: „Die Aussaat vor 30 Jahren hat gute Früchte getragen. Davon werden noch unsere Kinder und deren Kinder profitieren.“ Die Partnerschaften lebten in den Herzen der Menschen, dankte Bürgermeisterin Tabarot für das „hingebungsvolle ehrenamtliche Engagement“. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit über eine weite räumliche Distanz hinweg überreichte sie ihrem deutschen Amtskollegen eine rote Hinweissäule mit der Entfernungsangabe zwischen beiden Städten: 1100 Kilometer.

Am Samstagabend hatte zumindest ein wichtiger Akteur keine Lust zum Mitfeiern. Der Wettergott hatte das sprichwörtliche Leben wie Gott in Frankreich wohl zu wörtlich genommen und war zu Hause in Le Cannet geblieben. Die Folge: Regen in allen Variationen. Mal gefuselt, mal geschnürlt und auch mal etwas stärker. Gift für jede Veranstaltung, die unter freiem Himmel geplant ist.

Da machte auch die „romantische Maiennacht“ rund um die Villa Borgnis keine Ausnahme. Zähneknirschend musste Wolfgang Riedel vom Förderkreis mitansehen, wie Wind und Wasser viele der über 1000 Kerzen löschte, die der Verein in mühsamer Kleinarbeit im ganzen Kurpark aufgestellt und angezündet hatte. Immerhin einige hundert Königsteiner und Cannetaner hatten sich trotzdem unter Schirmen und Kapuzen im Kurpark versammelt, und die mussten ihr Kommen auch nicht bereuen.

Ein buntes Programm, gestaltet von Königsteiner Vereinen und bereichert um eine Tanzeinlage der französischen Gäste, bildete die gelungene Einleitung für einen der Höhepunkte der Feierlichkeiten. Das musikalisch unterlegte Jubiläums-Feuerwerk machte seinem Namen alle Ehre und sorgte dafür, dass die Besucher für einige Minuten den Regen in Kauf nahmen und ihre Schirme schlossen, um das farbenprächtige Ereignis möglichst ungetrübt beobachten zu können. Danach allerdings suchten die meisten Besucher fluchtartig den Weg ins Trockene. Den sonnigen Pfingstsonntag nutzten die Kurstadtbürger dann noch einmal ausgiebig, um mit ihren Freunden aus dem Süden zu feiern. Gestern Morgen hieß es schon wieder Abschied nehmen von den französischen Gästen, die nach einem gemeinsamen Frühstück den Bus nach Hause bestiegen. (bol/sj)

 

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