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Pressespiegel


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Europa von heute hat berühmten Vorgänger: das „Römische Reich“

Königsteiner Woche vom 23.05.2002

Die alten Römer schufen in der Antike einen der größten Flächenstaaten der Welt. Zwar besetzten sie viele Länder mit Waffengewalt, jedoch ließen sie den Unterworfenen meist ihre Kultur oder ergänzten sogar ihre eigene mit den Eigenheiten der früheren Gegner.
Im heutigen Europa wird kein Staat mehr erobert. Außerdem herrscht die Demokratie. Doch auch die heutige EU ist im Begriff, ein großer eigener Staat wie das Römische Reich zu werden. Zwei sehr wichtige Staaten in der EU sind Frankreich und Deutschland. Oft gab es Kriege zwischen den beiden Erbfeinden, doch nun sind alle Feindschaften beigelegt und es wird auf die Verständigung zwischen den Völkern Wert gelegt. Hierfür ist das Partnerschaftsjubiläum zwischen Königstein und Le Cannet-Rocheville ein sehr gutes Beispiel. Im Rahmen der Festlichkeiten fand im Katholischen Gemeindehaus Königstein ein Vortrag des Archäologen und Althistorikers Mario Becker, der an der Frankfurter Universität eine Dozentenstelle hat und Museumspädagoge an der Saalburg im Taunus ist, zu diesem Thema statt. Um auch den vielen französischen Gästen, unter denen auch die Bürgermeisterin von Le Cannet, Michèle Tabarot, weilte, gerecht zu werden, übernahm Anne-Marie Siepenkort die Übersetzung ins Französische.
Becker zeigte mit Hilfe einer Diashow den Gästen den Werdegang des Römischen Reiches im speziellen Bezug auf Europa, Gallien und Germanien. Dabei ging er unter anderem auf den Gallischen Krieg unter Julius Cäsar und auf den Limes und die Saalburg ein. Doch auch das Römische Reich währte nicht ewig. Deshalb erlaubte sich Becker auch einen kurzen Abstecher ins Mittelalter. In dieser Epoche beriefen sich immer noch viele Kaiser und Könige auf das Römische Reich. Beispiele hierfür sind Karl der Große, die Ottonen und das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen, das unter Napoleon seinen Untergang fand. Am Ende des Vortrages stand die Frage, wie es mit der Europäischen Gemeinschaft weiterginge. Diese hätte eine große Chance, Europa zu einen und eine Epoche des Friedens auf unserem Kontinent einzuläuten.
Mit dieser frohen Hoffnung verließen Deutsche wie Franzosen das katholische Gemeindehaus, vor dem sie sogleich von der Kapelle und Trachtengruppe der Acedèmie dóu Miejour musikalisch empfangen wurden, um mit dieser Begleitung zum Rathaus zu spazieren.

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