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Pressespiegel


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Auf Brettern und Wegen durchs Hohe Venn

Taunus-Zeitung vom 24.10.2003

Das Hohe Venn an der deutsch-belgischen Grenze hat eine Wandergruppe des Förderkreises der Städtepartnerschaft Königstein-Le Cannet vor kurzem erkundet. Fünf Stunden waren die 36 Wanderer unterwegs. Das in der Regel sehr niederschlagsreiche Gebiet des rund 400 Kilometer großen Hochmoors zeigte sich der Wandergruppe von seiner besten Seite. Organisiert hatte die zehnte Grenzlandwanderung Dr. Hellmut Beuschel vom Förderkreis, der schon seit vielen Jahren Wochenendtouren durchführt.

Die Heide war zwar schon verblüht, aber die Wanderer konnten dennoch viel von der Flora sehen. Mooreichen, Birken, Fichten, Zypressen, Vogelbeeren, auch Büsche und Sträucher, essbare Beeren wie Rausch-, Blau- und Moorbeeren und viele verschiedene Gräser galt es zu begutachten.

Mit einem Wanderführer marschierten die Teilnehmer auf befestigten Wegen und Bretterstegen durch den Sumpf. Wegen des trockenen Sommers war das Moor noch nicht so wasserhaltig wie in anderen Zeiten. Die Wanderer konnten auch auf dem Moorboden neben dem Bretterweg hüpfen und den so genannten Trampolineffekt ausprobieren. Wenn es regnet, ist das Hohe Venn wie ein riesiger Schwamm und kann das 15- bis 30-Fache seines Trockengewichts an Wasser aufnehmen.

Die höchste Erhebung Belgiens liegt mit 692 Metern in diesem Hochmoor. Weitere acht Meter können über eine Treppe erstiegen werden, so dass man sich schließlich 700 Meter hoch im Königreich Belgien befindet. Das Hohe Venn ist ein Hochmoor, was bedeutet, dass es jährlich um einen Millimeter in die Höhe wächst. Die unteren Schichten ersticken, sterben ab und werden zu Torf. Die Wanderer konnten Torfstücke aus drei verschiedenen Jahrtausenden in die Hände nehmen.

Da das Hohe Venn südwestlich von Monschau (Eifel) liegt, hatte die Gruppe dort ein Hotel gebucht. Zu dem Abendprogramm gehörte unter anderem ein Essen in einer wieder hergerichteten ehemaligen Senfmühle in Monschau. Der Senf wird dort nach alten Rezepten hergestellt wie Anno 1882 der berühmte "Moutarde de Montjoie" (= Monschau).

Die Dreitagestour endete mit einer Führung durch Aachen und den dortigen Dom. Auf der Heimfahrt wurde noch ein Zwischenstopp zu einem Abendessen mit Wein in einer historischen, gut restaurierten Mühle in Kobern an der Mosel eingelegt.

 

 

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