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Pressespiegel


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Zwei Völker gehen aufeinander zu

Königsteiner Woche vom 16.03.2006

Der Förderkreis der Städtepartnerschaft Königstein Le-Cannet lud am vergangenen Freitag seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Dr. Reinhard Siepenkort, 1.Vorsitzender, begrüßte die rund 60 anwesenden Mitglieder und berichtete von den Ereignissen des vergangenen Jahres. Besonders hob er das Lavendel-Fest und den Weihnachtsmarkt, sowie den Schüleraustausch der Sankt-Angela Schule mit dem Collège \"Les Campelières\" in Le-Cannet hervor. „Für das bevorstehende Jahr sind wieder viele Aktivitäten geplant“, verriet Reinhard Siepenkort. So wird es im April einen Austausch der Tanzschule Kratz und der Ballettschule Teodurescu mit einer Tanzschule aus Cannes geben. „Am 22. April wollen wir im Haus der Begegnung anlässlich des Austausches ein großes Tanzfest feiern“, macht der 1. Vorsitzende auf die nächste Veranstaltung des Vereins aufmerksam.
Da dieses Jahr keine Wahlen auf der Tagesordnung standen, machte das Mitglied Dr. Hermann Jakob Winter sein Versprechen des Vorjahres wahr und hielt einen Vortrag über das Thema: „Deutschland und Frankreich – zwei Völker gehen auf einander zu“. In seinem Vortrag zeigte er in aller Kürze den Wandel des Verhältnisses beider Staaten auf. Als „historische Basis“ für Frankreich und Deutschland nannte er das „Frankreich Karls des Großen“. Außerdem hätten seit jeher Völkerwanderungen und die unterschiedliche stark ausgeprägten Eroberungen der Römer die Kulturen und die Sprache beider Staaten deutlich bestimmt. Weiter beschrieb er den Werdegang beider Staaten und deutete auf die unterschiedliche Machtverteilung in den einzelnen Epochen. „Um 1500 war das Kaiserreich an Macht und Ausdehnung zum Weltreich geworden“, beschreibt Hermann Jakob Winter die Zeit bevor das Heilige Römische Reich deutscher Nationen 1521, nach dem Reichstag bei Worms an Macht verlor.
Anfang des 20. Jahrhunderts kam es dann zwischen beiden Staaten zu einer kriegerischen Auseinandersetzung, auch vor dem Hintergrund der machtpolitischen Vorherrschaft in Europa. Und auch im zweiten Weltkrieg trafen beide Staaten im Krieg aufeinander. Umso erfreulicher sei es, dass sich Deutsche und Franzosen gerade in der Besatzungszeit „menschlich näher“ kamen, meinte das Förderkreismitglied. Denn die beiden Nachbar-Länder, die aus denselben Wurzeln stammen und beide christliche Grundlagen haben, bilden heute einen wichtigen, nicht nur wirtschaftlichen Mittelpunkt Europas.
Bei der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass nicht nur der Friedensvertrag von Charles de Gaule und Konrad Adenauer, sondern vielmehr durch ein friedliches Miteinander und einem freundlichen Austausch unter den Menschen das verstärkte Gefühl der Verbundenheit hervorgerufen wurde. Mit der Arbeit dieses und den vielen anderen Partnerschaftsvereinen bekommen die Gemeinsamkeiten ein deutliches Gesicht.
In seinem Schlusswort bedankte sich Dr. Herman Jakob Winter besonders bei Francoise Menk, mit der er den Text diskutieren konnte und die ihre Kenntnisse als französische Historikerin einbrachte, was zu wichtigen Korrekturen führte.
Weitere Informationen, Bilder des Abends und den gesamten Vortrag von Dr. Hermann Jakob Winter finden Sie unter www.le-cannet.de

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