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Pressespiegel


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Ein Brunnen aus Taunus-Schiefer

Taunus-Zeitung vom 23.10.2006

Fünf Tänzerinnen aus Königstein sind für einen Auftritt in die südfranzösische Partnerstadt Le Cannet gereist. TZ-Mitarbeiterin Sabine Henrichs begleitet sie und berichtet, welche Spuren aus dem Taunus die jungen Mädchen in dem mondänen Badeort an der Côte d’Azur gefunden haben.

Königstein / Le Cannet. Da ist man mehrere 100 Kilometer von der Heimat entfernt, und trotzdem ist diese allgegenwärtig. „Rue de Königstein“ (Königstein-Straße) steht auf dem Schild, auf das die fünf jungen Königsteinerinnen blicken. Nach drei Tagen voll mit anstrengenden Trainingsstunden hatten Juliane, Amy, Martine, Caroline und Janina gestern endlich einmal Zeit, sich in der französischen Partnerstadt an der Côte d’Azur umzuschauen.
Gemeinsam mit Mitgliedern des Förderkreises der Städtepartnerschaft sind sie nach Le Cannet gereist, um am dortigen Bierfest teilzunehmen. Am Samstagabend zeigten die jungen Damen von der Tanzschule Kratz, zusammen mit französischen Tänzerinnen, eine hervorragende Darbietung, über die wir morgen ausführlicher berichten werden.

Was die jungen Mädchen aus Deutschland in Le Cannet gesehen haben? Ebenso wie Königstein ist auch Le Cannet eine echte Wohnstadt. Die über 40 000 Einwohner zählende Stadt lebt vor allem vom Tourismus. Während ihrer Tour durch Le Cannet merkten die Jugendlichen schnell, dass sie nicht die Einzigen waren, die mit Fotoapparaten in den Händen durch die Straßen liefen.

Ein Stück Heimat begegnete der Truppe vor dem Rathaus der südfranzösischen Partnerstadt. Der Brunnen vor dem imposanten Eingangsbereich des weißen, von Palmen umrahmten Gebäudes wurde aus Taunus-Schiefer gestaltet. 1983 wurde er, als besonderes Zeichen der Verbundenheit zwischen den beiden Partnerstädten, aufgestellt. Ein Gedenkstein erinnert daran.

Eine besondere Atmosphäre der Andacht erfasste die Jugendlichen, als sie die „Chapelle Saint Sauveur“ (Erlöser-Kapelle) besichtigten. Beeindruckend lebendig und voll Poesie dort das Gemälde von Theo Tobiasse.

Extravagant dagegen sehen viele Häuser im Villenviertel von Le Cannet aus. Eine Villa ist schöner und luxuriöser als die andere. Wobei das Wetteifern um die aufwändigste Gestaltung bereits bei den oftmals pompösen Umzäunungen und Eingangsportalen mit schweren Eisen-Toren beginnt. Klar, dass von diesen Villen hoch oben in den Hügeln Le Cannets ein herrlicher Blick auf die Küste und das Meer genossen werden kann. Wenigstens dieser ist auch für die jungen Tänzerinnen umsonst.

Auch Aga Khan war von dieser exklusiven Lage nahe Cannes angetan und hatte sich eine Villa inmitten eines großen Grundstücks bauen lassen. Der Besitzer der „Yaquimour“, wie Aga Khan sein Domizil in der „Avenue Victoria“ genannt hat, ist jedoch angeblich die einzige Berühmtheit inmitten der vielen weiteren Millionäre des Villenviertels, in dem die Preise pro Haus bei zwei Millionen Euro beginnen.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Le Cannet sind die Kirchen Sainte Catherine und Sainte Philomène. Aber auch die Altstadt ist sehenswert und voller Charme. Natürlich blieb den Jugendlichen auch ein typisch französischer Anblick nicht vorenthalten: Boule spielende Einwohner. Das große Spielfeld für den französischen Nationalsport Nummer eins, das unweit der „Rue de Königstein“ liegt, wird fast jeden Nachmittag zum Treffpunkt für die Bürger. Wer nicht mitspielen möchte, der schaut dem bunten Treiben einfach zu. Das taten auch die fünf Königsteiner Jugendlichen.

Heute heißt es Abschied nehmen. Denn die jungen Königsteinerinnen fahren wieder nach Hause. Im Gepäck haben sie nicht nur das eine oder andere Souvenir. Sie haben auch viele Eindrücke gesammelt, Freundschaften geknüpft, und sie nehmen schöne Erinnerungen mit nach Deutschland. Eins jedenfalls ist sicher: Auch wenn es heute galt, „Au Revoir“ (auf Wiedersehen) zu sagen, die nächste Reise in die Partnerstadt kommt bestimmt.

 

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