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Pressespiegel


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Von Worten und Gefühlen

Königsteiner Woche vom 30.08.2007

„Beim 40. Jubiläum bin ich vielleicht gar nicht mehr Bürgermeister, aber zum Glück dürfen die Ehemaligen ja auch teilnehmen“ Wer solch spontane Äusserungen wie die von Leo Helm mit dem zugehörigen Wortwitz aus dem Stegreif zeitnah ins Französische übersetzen soll, hat es sicher nicht leicht und muss „was auf dem Kasten“ haben.
Ob deutsch-französisch oder französisch-deutsch, stets gilt es, schnell zu übersetzen, dabei aber keines der Wortspielchen und feinen Anspielungen unter Freunden auch nur leicht abweichend wiederzugeben. Stets auf der Bühne, aber doch nur im Hintergrund, Barriere der Redner und gleichzeitig Brücke der Zuhörer – ein Dolmetscher hat es nicht leicht. Mit Bravour hat Marie-Charlotte Siepenkort den ganzen Festabend im KTC über diese Rolle gemeistert, an dieser Stelle sei dem „stillen Star“ dafür der gehörige Applaus gezollt.
Apropos Applaus – das wäre schon mal eines der Hindernisse, mit denen die Übersetzerin zu kämpfen hatte, denn wann immer die „handliche“ Beifallsäußerung einem Redner zwischendurch zuteil wird, gehen die Worte der Zweisprachigen darin unter. Aber auch gegen diejenigen, die auf dem Podium standen, musste sie des öfteren kämpfen, denn so mancher vergaß im Eifer des Gefechts, die nötigen Unterbrechungen einzuhalten. Da half dann nur noch eins: zwischen der französischen und der deutschen Gehirnhälfte auch noch Erinnerungsvermögen zu aktivieren und auf dem Sprung bleiben, die nächstmögliche Atempause des Redners nutzen ...
Wie gesagt, eine großartige Leistung, die wir kleinen „Einsprachigen“ nicht hoch genug bewerten können. Und – des einen Freud‘, des anderen Leid‘ – ein unumstößlicher Beweis für die so oft zitierten „echten Gefühle“, die die Festredner bewegten, denn wo wahre Leidenschaft waltet, da gibt es eben kein Halten mehr.

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