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Pressespiegel


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Große deutsch-französische Familie trifft sich in Le Cannet

Königsteiner Woche vom 05.06.2008

Die Erinnerungen sind noch allgegenwärtig. Mit jeder Menge neuer Eindrücke im Kopf und zahlreichen Geschenken und Mitbringseln im Gepäck kehrte die 97-köpfige Delegation aus der französischen Partnerstadt Le Cannet zurück. Es war nicht einfach ein Besuch zur Pflege der Freundschaft zwischen den beiden Städten. Vielmehr wurde mit einem viertägigen Programm das 35-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Le Cannet und Königstein gefeiert.
Mit dem Spiel der Mitglieder der Academi dou Miéjour, dem Verein zur Pflege provenzalischer Traditionen, wurde die Gruppe aus dem Taunus am Donnerstagabend im Salle Bel-Aube herzlich begrüßt. Erst am Donnerstagmittag waren die letzten 30 Teilnehmer mit dem Bus an der Côte d’Azur eingetroffen, darunter auch Bürgermeister Leonhard Helm und das amtierende Burgfräulein Bettina II. Die weiteren Königsteiner waren bereits einige Tage zuvor mit dem Flugzeug oder dem Auto angereist.
Das Wiedersehen mit den französischen Freunden wurde erstmals mit dem Empfang der Stadt am Donnerstagabend gefeiert. Bei einem kalten Büffet und musikalischer Untermalung gab es viel Zeit für Gespräche. Yves Pigrenet, Erster Beigeordneter der Stadt Le Cannet, begrüßte im Namen von Bürgermeisterin Michèle Tabarot die Anwesenden. Tabarot konnte aufgrund beruflicher Verpflichtungen in Paris bei dem Empfang nicht anwesend sein. Pigrenet sprach von der Wichtigkeit der Städtepartnerschaft, die für beide Kommunen zu einem „Kulturgut“ geworden seien. Auch Stadtverordnetenvorsteher Alexander von Bethmann stellte in seiner kurzen Ansprache die Lebendigkeit dieser deutsch-französischen Freundschaft heraus. „Nach 35 Jahren ist die Städtepartnerschaft für viele selbstverständlich geworden. Doch es ist wichtig, diese weiter zu führen und in die nächste Generation zu tragen“, so Bethmann.
Die Region rund um Le Cannet wurde bei einem Ausflug am Freitag erkundet. Früh morgens ging es mit drei Reisebussen und rund 150 deutschen sowie französischen Teilnehmern in das rund 130 Kilometer entfernte Hyères, wo die Truppe mit einem Schiff zur Insel Porquerolles übersetzte. Mit der Besivhtigung des Weinguts Sainte-Roseline und anschließendem Abendessen in der „Bastide des moines“ in Montferrat klang der ereignisreiche Ausflug in geselliger und lustiger Runde aus.
Der große Festakt und sicherlich Höhepunkt des Jubiläumsprogramm fand am Samstagabend im feierlichen Ambiente des Palestre, der großen Veranstaltungshalle in Le Cannet, statt. Vor allem für Reinhard Siepenkort, Vorsitzender des Förderkreis der Städtepartnerschaft, sollte dies ein unvergesslicher Abend sein.
Herzlich und charmant begrüßte Michèle Tabarot die zahlreichen Feiergäste. Sie bezeichnete die Städtepartnerschaft als eine „große deutsch-französische Familie“, deren Macher die Bürger beider Städte seien. „Mit Dynamik, Enthusiasmus und Einsatzbereitschaft halten die Bürger die Städtepartnerschaft lebendig“, so Michèle Tabarot. Ein besonderes Lob sprach sie den Vorsitzenden der Partnerschaftsvereinen, Reinhard Siepenkort und Francois Aigrot, aus, zwei „willensstarken Herren“, die das Freundschaftsband eng verbunden hielten. „In 35 Jahren gelebtem Austausch konnten wir unsere Geschichte und unser Kulturgut gegenseitig bereichern und dadurch einen Beitrag zur Verbesserung der deutsch-französischen Beziehung leisten“, betonte die französische Bürgermeisterin. Ihrer Meinung nach sei dies auch mit ein Verdienst von Siepenkort, der seit 20 Jahren ununterbrochen das Amt des Vorsitzenden inne hat. Um sein Engagement rund um die Städtepartnerschaft gebührend zu würdigen, überreichte ihm Michèle Tabarot die Goldmedaille der Stadt Le Cannet. „Reinhard Siepenkort hat Impulse gegeben, Le Cannet und Frankreich in der Taunusregion bekannter zu machen. Dadurch hat er auch zur Völkerverständigung beigetragen“, berichtete Michèle Tabarot, bevor sie dem sichtlich überraschten Siepenkort die Goldmedaille überreichte, der von dieser Ehrung im Vorfeld nichts gewusst hatte. Bei dieser Ehrung vergaß sie aber nicht, der „guten Seele“ des Vereins, Marie-Charlotte Siepenkort, zu danken, die ihren Mann seit Beginn seiner Amtszeit hilfreich und engagiert zur Seite steht und damit zum Erfolg der Städtepartnerschaft beitrage.
„Es ist eine unglaubliche Ehrung, über die ich mich sehr freue“, meinte Siepenkort bei seiner anschließenden Dankesrede.
Danach nahm das weitere Programm des Festakts seinen Lauf. Ein gedankliches Bild von Brücken, die durch Städtepartnerschaften gebaut würden, malte Königsteins Bürgermeister Leonhard Helm (CDU), in seiner Ansprache. „Es sind die Menschen, die der Städtepartnerschaft Gesicht und Herz geben. Sie alle sind Bausteine der Brücke, die die Partnerschaft trägt, denn wer den Bau einer Brücke verstanden hat weiß, wie wichtig jeder einzelne Baustein ist“, so Helm. Die Brücke der Partnerschaft hätte möglich gemacht, dass Menschen, die sich früher bekriegt hätten, nun gemeinsam feiern, singen und lachen. Freundschaft sei in den Herzen der Menschen mittlerweile selbstverständlich geworden, so dass die Städtepartnerschaft weiter ausgebaut und in die nächsten Generationen getragen werden müsse.
Angeregt durch seine Mutter stieß Aigrot zur Städtepartnerschaft, wie er in seiner Ansprache berichtete. 35 Jahre gibt der Franzose der Freundschaft der beiden Städte nun Impulse, zunächst als Mitglied, mittlerweile als Vereinsvorsitzender. In seiner Rede skizzierte er die zahlreichen Aktivitäten der Partnerschaftsvereine, die die Städtepartnerschaft lebendig halten würden. Dass nicht nur diese zahlreichen Kontakte, sondern vor allem auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten die Partnerschaft bereichern würden, stellte Siepenkort heraus. „Die Unterschiedlichkeiten unserer beiden Städte haben wir in den vergangenen 35 Jahren schätzen gelernt. Durch unsere Aktivitäten leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung, was gerade nach dem Zweiten Weltkrieg eine wichtige Aufgabe darstellte“, so Siepenkort.

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