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Zwischen Luxus und Askese

Taunus-Zeitung vom 24.09.2009

Wer auch immer sich das Sprichwort «Leben wie Gott in Frankreich» ausgedacht hat – er dürfte dabei die Loire im Blick gehabt haben. Davon überzeugte sich jetzt der Förderkreis der Städtepartnerschaft Königstein-Le Cannet.
400 Zimmer in einem Haus – auch für Königsteiner Verhältnisse ist das ein üppiges Raumprogramm. Entsprechend interessiert wandelten die 33 Teilnehmer der jüngsten Vereinsfahrt des Förderkreises der Städtepartnerschaft Königstein-Le Cannet dieser Tage durch die Gemächer von Schloss Chambord. Die Stippvisite in einem der prächtigsten Schlösser Frankreichs mit seinem nicht minder beeindruckenden Park war allerdings nur ein Höhepunkt einer Reise entlang der Loire, die gespickt war mit historischen, kulinarischen und optischen Genüssen höchster Güte. «Die äußerst liebevoll, sachkundig und abwechslungsreich vom Vorsitzenden des Förderkreises, Dr. Reinhard Siepenkort, und seiner Gattin Marie-Charlotte vorbereitete Reise sollte für uns alle zu einem Erlebnis der besonderen Art werden», schwärmt Reiseteilnehmer und Kolping-Vorsitzender Manfred Colloseus denn auch begeistert vom Ausflug in das Tal der Märchenschlösser.
Über Troyes in der Champagne und das Renaissance-Schloss von Sully war die Königsteiner Gruppe zunächst bis nach St. Benoit gereist, um dort die romanische Basilika zu besuchen. In der Krypta des Gotteshauses nämlich werden die kostbaren Reliquien des heiligen Benedikt von Nursia aufbewahrt. Benedikt wird seit Jahrhunderten als Stifter des abendländischen Mönchtums und Europaheiliger verehrt. Colloseus: «Das königliche Blois war für uns in den folgenden Tagen der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge zu den herrschaftlichen Anwesen an der Loire.» So prächtig die sind, so selten dienten sie wirklich als Herrschersitz. Die meisten Schlösser waren Landsitze der hohen Herren.
Statt von hier aus zu regieren, frönten die Könige in dieser Idylle viel lieber der Jagd oder brachten hier ihre Mätressen unter. «Das Schloss von Blois mit seinem legendären achteckigen Treppenturm», berichtet Colloseus, «atmet noch heute die Geschichte, die eng mit Persönlichkeiten wie König Franz I., Katharina von Medici, König Henri III. oder dem ermordeten Duc de Guise verbunden ist.» Geschichte über viele Jahrhunderte schrieb auch Schloss Amboise. Immerhin residierten dort fünf französische Könige und ein italienischer Meister: Leonardo da Vinci. Das Genie verbrachte in Amboise seinen Lebensabend und starb hier auch.
«Nach einer Bootsfahrt auf dem Fluss Cher brachte uns das elegante Schloss Chenonceau mit wertvollen Gemälden, bezaubernden Gärten und Blumenarrangements ins Schwärmen», blickt Colloseus zurück, wohlwissend, dass der Anblick nicht nur Königsteiner verzückt. «Das Château der Damen» ist neben Versailles das am meisten besuchte französische Schloss.
Vielleicht keine feine Dame, aber die bedeutendste Französin schlechthin war Johanna von Orléans. An das Leben und das Schicksal der gallischen Nationalheiligen erinnerte sich die Gruppe aus dem Taunus beim Besuch in der imposanten Kathedrale Sainte Croix in Orleans, bevor es ins Winzerstädtchen Sancerre weiterging, um dort den berühmten Sauvignon Blanc zu genießen. Ein weiteres Muss auf einer Reise durch das Herz Frankreichs, die die Besucher aus dem Taunus – da ist sich nicht nur Manfred Colloseus sicher – noch lange in bester Erinnerung behalten werden.

 

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