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Förderkreis der Städtepartnerschaft e.V. Königstein im Taunus
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Pressespiegel


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Königsteiner und Cannetaner würdigen ihre 40-jährige Freundschaft mit viel Herz und Verstand

Taunus-Zeitung vom 28.08.2012

Jahre Städtepartnerschaft

Ans de Jumelage

23. 8 – 29. 8. 2012

In ihr fünftes Jahrzehnt geht die Städtepartnerschaft zwischen Königstein und Le Cannet-Rocheville. Das 40-jährige Jubiläum feierten die beiden Partnerschaftsvereine mit Gästen aus Politik, Vereinen und Gesellschaft im Haus der Begegnung.

Durch zwei Spaliere führte am Samstagabend der Weg zur Jubiläumsfeier. Auf der Freitreppe vor dem Haupteingang des Hauses der Begegnung hatten Jean Jacques Segui und seine Jazz-Band Aufstellung genommen. Mit schwungvollen Klängen geleiteten sie ins belebte Foyer. Dort, wo in kleineren Gruppen zwanglose Gespräche florierten, flankierte die südfranzösische Trachtengruppe der "Académi dou Miejour" mit elegant geschwungenen Blumenbögen den Weg in den großen Saal. Zweisprachig gewandt hieß Gastgeber Dr. Reinhard Siepenkort, Vorsitzender des Förderkreises Städtepartnerschaft, die Eintretenden auf deutsch und französisch willkommen.Eine große Zahl Gratulanten führte das 40-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Le Cannet-Rocheville und Königstein zusammen. "Bereichernd und von hoher Qualität" nannte Le Cannets erster Stadtrat Yves Pigrenet die über vier Jahrzehnte gewachsene Freundschaft. "Diese Partnerschaft ist keine abstrakte Idee, sondern fester Bestandteil der Wirklichkeit und der Geschichte beider Städte. Wir sind eine Familie geworden", sagte Pigrenet, der die Cannetaner Bürgermeisterin Michèle Tabarot versprach. Es gebe inzwischen schon mehrere Familien, die sich in der dritten Generation für die Partnerschaft engagierten, ergänzte Siepenkort.

Die Städtepartnerschaften seien "eine der Säulen der Annäherung Deutschlands und Frankreichs", hob François Aigrot hervor, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins in Le Cannet. "Die Menschen wollten Zeichen setzen gegen Krieg, gegen Hass, für Frieden in Europa", rief Bürgermeister Leonhard Helm (CDU), der mit Parlamentsvorsteher Robert Rohr (ALK) die städtischen Gremien repräsentierte, die historischen Ereignisse in Erinnerung, die nach leidvollen Erfahrungen zu einer Vielzahl von Städtepartnerschaften führten.

Im Gründungsjahr der Städtepartnerschaft hätten noch viele Teilnehmer des Ersten Weltkriegs gelebt, jener Urkatastrophe des vorigen Jahrhunderts, die nach Helms Worten "Hass und Spaltung Europas" für lange Zeit zu zementieren schien. Gerade einmal 27 Jahre vor der Verschwisterung hatte zudem ein weit schrecklicherer Krieg geendet, der in unvorstellbarem Ausmaß Zerstörung und Tod über den größten Teil des Kontinents brachte. "Regierungen beschworen in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Kriege herauf", sagte Helm. "Mitte des 20. Jahrhunderts wollten die Bürger bewaffnete Auseinandersetzungen verhindern, den Frieden auf Grundlage der europäischen Idee dauerhaft machen."

Freiheit fußt auf Europa

Dabei seien viele Hindernisse zu überwinden gewesen, würdigte Helm das Engagement von Pionieren wie Ingrid Latscha und Königsteins Ehrenbürger Gaston Fischesser auf französischer sowie Dr. Hans Günter Brüske und Altbürgermeister Antonius Weber auf deutscher Seite. "Aber auch alle nicht Genannten haben unser aller Dank verdient." Europa, das oft als Hort von Verwaltung, Bürokratie, Verschwendung und Verschuldung angesehen werde, gelte es gleichwohl zu stärken. Darauf fußten Freiheit und Wohlstand. Trotz ihrer Verpflichtungen während des zeitgleich stattfindenden Burgfestes, ließ es sich Burgfräulein Lisa I. nicht nehmen, das Wort an die Gäste der Jubiläumsfeier zu richten. Der heitere Festabend im Haus der Begegnung sei Ausdruck einer guten und tiefen Verbindung. Das bekräftigten nicht zuletzt die Unterschriften der Vertreter von Partnerschaftsvereinen und Politik im Goldenen Buch.

Derweil intonierte der Chor aus Le Cannet "Freude, schöner Götterfunken", die Hymne Europas, auf den Text Schillers und die Musik Beethovens. Spürbar Lust auf tänzerische Betätigung machte die vorzügliche Lateinformation der Bischof-Neumann-Schule. Dem Beispiel der Schüler und Ehemaligen folgten viele, wobei Bürgermeister Helm höchst beschwingt Bella Figura machte.

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