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Wanderungen


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Wanderung im Engadin, Juni 2011

Wandern auf den malerischen Wegen der Senda Segantini

„Vor das Glücksgefühl beim Erreichen eines Berggipfels haben die Götter den Schweiß gesetzt!“ Diese leicht abgewandelte Redensart traf auf die neun Mitglieder des Förderkreises der Städtepartnerschaft Königstein - Le Cannet zu, die jetzt von ihrer sechstägigen Rucksackwanderung durch Graubünden und das Oberengadin zurückkehrten. In diesem Jahr hatte die Gruppe die Senda-Segantini-Wanderroute zum Ziel. Die Tour folgt den Spuren und Pfaden des italienischen Malers Giovanni Segantini (1858-1899), einem Meister des realistischen Symbolismus. Viele seiner  Werke sind von der beeindruckenden und malerischen Naturkulisse  der Hochgebirgslandschaft und dem dort vorherrschenden Licht inspiriert.

Von Thusis (720 m), am nördlichen Eingang zur Via-Mala-Schlucht gelegen, war der erste, steile Aufstieg nach Obermutten (1863 m) zu bewältigen. Das idyllische Walserdorf mit Europas höchstgelegenem schmucken Holzkirchlein gab einen Vorgeschmack auf die Schönheit und Vielfalt der zu erwandernden Region. Die nächste Etappe führte die Wanderer durch das romanische Surses (Oberhalbstein) nach Salouf und weiter, das alte Bergdorf Savognin passierend, nach Tinizong. Einer der Höhepunkte der Wandertage war der Aufstieg zur Alp Flix. Ausgedehnte Moore, Föhrenwälder und ungezählte farbenprächtige und geschützte Pflanzenarten geben der Alp ihren unverwechselbaren Charme. Dass die Gruppe hier oben Rast einlegte und bei Schafsmilch und Schafswurst die Seele ein wenig baumeln ließ, versteht sich von selbst. Der Abstieg vorbei am Mamorera Stausee brachte die Wanderer nach Bivio. Die Geschichte des Ortes ist eng mit den beiden Römerpässen Septimer und Julier verbunden.

Ein weiterer spannender Tag lag vor den Königsteinern, als sie vom Julier Pass zunächst vorbei am Gresalvassee über teilweise loses und rutschiges Geröll und schließlich über große Felsbrocken hinauf zur Fuorcla Grevasalvas in 2688 m Höhe stiegen. Beim Abstieg öffnete sich, lange bevor das „Heididorf“ Grevasalvas (hier wurden einst die Heidifilme gedreht) passiert wurde, der traumhafte Blick auf den tiefblauen Silsersee. Auch die nächste Etappe war von unvergesslichen Eindrücken geprägt. Auf der Fuorcla Surlej (2755 m) angekommen, genossen die Wanderer den unvergleichlichen Blick auf den die Szenerie beherrschenden Piz Roseg (3937 m). Weiter führte der Weg hinunter ins Val Roseg und von hier durch Arven- und Lärchenwälder nach Pontresina, am Eingang des Val Bernina  gelegen.

Der sich in die Höhe schlängelnden Schienentrasse des Bernina-Express folgend, wurden zum Schluss die letzen Kilometer der Wandertage hoch zum Berninapass unter die Bergschuhe genommen, nicht ohne sich den Luxus zu leisten, mit der Kabinenseilbahn hinauf auf die Diavolezza, die „Teuflin“, in 2973 m Höhe zu schweben. Hier genießt der staunende Betrachter die Sicht auf die Traumkulisse der Schweizer Ostalpen mit einer Vielzahl von Gipfeln, Firnen und Eisgraten bis zur Höhe von 4049 m. Einen besseren Abschluss, als die Wirkung der Skyline mit den majestätischen Eisbergen Piz Bernina und Piz Palü und dem gigantisch anmutenden Morteratsch Gletscher, hätte die Tour der Förderkreismitglieder nicht finden können.
Manfred Colloseus

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