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Wanderer wecken das weiße Tier der Savoyer Alpen

Taunus-Zeitung vom 22.06.2007

Königstein. Schnee im Frühsommer? Bei allen Klimawechseln und Wetterkapriolen müssen Wanderer doch schon ganz schön nach oben steigen, um dieses Phänomen mitten in Europa mitzuerleben. Und hoch hinaus ging es unlängst wirklich für eine Gruppe von Königsteinern und Cannetaner Freunden – hatten sie sich doch die Region um den Mont Blanc für ihre jüngste Wanderwoche ausgeguckt.

Das Partnerschaftskomitee von Le Cannet hatte die verschwisterten Königsteiner zur 14. Neuauflage des fußläufigen Freundschaftsbeweises nach Megève eingeladen. Sonst ein eher exklusiver und teurer Wintersportort, bot das Städtchen in diesen Tagen ein beschauliches Bild. Auf 1100 Metern Höhe gelegen, strömen die Touristen zu dieser Jahreszeit nicht gerade in Massen in die im Stil der Berge aus Naturstein und Holz gebauten Chalets.

„Im Ortszentrum gibt es einen kleinen Marktplatz mit Kirche und Rathaus und einen Kalvarienberg mit Kapellen und Stationen, dem Vorbild Jerusalems nachgebaut“, schildert Iris Mensing, eine der Mitreisenden, ihren Eindruck von dem Ort, dessen Bewohner im 19. Jahrhundert noch zu 70 Prozent von der Landwirtschaft lebten. Mensing: „Das änderte sich erst 1921, als eine Baronin von Rothschild auf dem Mont d’Arbois ein Hotel errichten ließ.“ Es war der Startschuss für die Entwicklung zum Wintersportort mit Skischule, Bobbahn, Eisfläche zum Schlittschuhlaufen und Curling. Der Jetset fand schnell Gefallen an Megève, pilgerte in Scharen an den Fuß des Mont Blanc und schuf sich weitere Annehmlichkeiten wie Flughafen und Golfplatz. Heute rauschen die Ski- und Snowboard-Enthusiasten auf Pisten mit einer Gesamtlänge von 300 Kilometern zu Tal und sorgen dafür, dass aus den Landwirten von einst längst Hoteliers und Skilehrer geworden sind.
Zwar hatte es pünktlich zum Eintreffen der deutsch-französischen Gruppe geschneit, für eine Rutschpartie auf Brettern reichte die Zeit dann aber doch nicht. Schließlich hatten, wie geplant, die Wanderschuhe bei den vier geführten Ausflügen Priorität. Mensing: „Tapfer stapfte unsere kleine Truppe an den ersten beiden Tagen durch Schnee und Matsch. Die Laubbäume bogen sich unter dem schweren Schnee und die Wanderer versuchten, ihnen mit ihren Stöcken etwas Erleichterung zu verschaffen.“
Der dritte Tag zeigte sich dann aber strahlend: Tiefblauer Himmel ohne Wolken, schneebedeckte Berge ringsum und der Mont Blanc als schönster und höchster Berg wie ein riesiges schlafendes Tier, schwelgt die Protokollantin des Ausflugs und setzt ein wenig ernüchtert hinzu: „Ausgerechnet dieser Tag war wanderfrei.“ Um dennoch etwas von diesem schönen Tag zu haben, organisierten die Königsteiner und Cannetaner sich ihre Tagestour kurzer Hand selbst.
Eine gute Entscheidung, mussten sich die Teilnehmer doch an den beiden abschließenden Tagen wieder mit Wolken, Nieselregen und teils aufgeweichten Wegen abfinden. Mensing: „Auch wenn die Reise als Wanderwoche angesetzt war, fand jeder Möglichkeiten, sich anderweitig nach seinen Fähigkeiten und Interessen und dem Wetter zu beschäftigen. Es gab sehenswerte Kirchen und Städte in der Umgebung. Die Abende verliefen alle im Sinne der Partnerschaft. Man unterhielt sich, teils französisch, teils deutsch und es wurden Lieder in beiden Sprachen gesungen. Obwohl die Gruppe, wie Dr. Walther Sambeth feststellte, in einer Woche alle vier Jahreszeiten erlebt hatte, waren die Teilnehmer doch begeistert von dem, was sie erlebt hatten.
Gastgeber und Organisator Gaston Fischesser erntete vom Königsteiner Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Dr. Reinhard Siepenkort, denn auch ein dickes Lob für die Wahl des Wandergebiets.

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