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Frost treibt Oliven die Bitterkeit aus

Taunus-Zeitung vom 01.12.2008

Derzeit überschlagen sich die Meldungen in den Zeitungen. Eine wunderbare Ernte könne eingefahren werden – ein Jahrgang der hinsichtlich Menge und Qualität seines Gleichen sucht. Mit Superlativen wird in der südfranzösischen «Nice-Martin» dieser Tage nicht gespart. Die Rede ist von der Olive, und damit von einem der Markenzeichen der Region, in der auch die Königsteiner Partnerstadt Le Cannet liegt.
Diese Frucht war zusammen mit Wein und Käse Bestandteil des kulinarischen Abends des Städtepartnerschaftsvereins am vergangenen Freitag. «Auf unserer kulinarischen Spezialitäten-Reise zu unseren französischen Freunden sind wir im vergangenen Jahr in Burgund hängen geblieben – dieses Mal sind wir ganz nah dran», betonte der Vereinsvorsitzende, Dr. Reinhard Siepenkort, zu Beginn des Abends lachend. Sechs Weine kredenzte und kommentierte der Fachmann. Einer davon, der 2007er «Alycastre Rosé» aus der Domaine de la Courtade wurde von Klaus Rätz extra für den Abend aus dem französischen Forbach geholt. «Die Weine aus der Provence sind hier sehr schwer zu beschaffen, aber wir haben alles dafür getan ein breites Spektrum abzudecken», erläuterte Siepenkort den rund 50 Teilnehmern der Weinprobe bei klangvollen Namen wie dem «Chateau Beauferan» oder «Domaine L’Hermitage» aus Bandol. Bei der Auswahl und Erklärung unterstützt wurde der Vorsitzende durch seine Frau, die Wissenswertes zum Käse vermittelte, und Hannelore Brill, die sich als Fachfrau in Sachen Oliven präsentierte – kein Wunder, bewirtschaftet ihr Mann Manfred doch selbst während des Sommers einen Olivenhain in Frankreich.
Drei verschiedene Sorten wurden zwischen den Weinen verkostet, darunter auch der «grüne Trüffel», die «Lucques Olive», die eine echte Rarität geworden sei, unter anderem weil sie nicht der Brüsseler Agrarnorm entspricht. Außerdem auf dem Tisch: Die «Tanche Olive», ebenfalls eine besondere Sorte. «Sie wird weder in Salz eingelegt, noch mit Kräutern behandelt um die Bitterstoffe wegzubekommen», wusste Brill zu berichten. Denn diese traditionsreiche Frucht, die in Gegenden beheimatet ist, wo es an Meersalz fehlt, verliert ihre Bitterkeit mit dem ersten Frost. «Es ist eine uralte Technik der Olivenverarbeitung, deswegen kostet ein Liter Öl dieser Sorte schnell 50 Euro», so Hannelore Brill.
Mit bis zu 40 Euro pro Kilo war auch der ausgesuchte Käse eine sehr wertvolle Köstlichkeit. Unter anderem wurde «Brebisrousse d’°Argental» gereicht, ein sehr milder und cremiger Schafsmilchweichkäse. Das Top-Milchprodukt des Abends war jedoch der «Lavort», ein Schafsmilch-Rohkäse aus dem nördlichen Zentralmassiv. Marie Charlotte Siepenkort: «Dieser Käse reift 10 Monate und wird nur auf Bestellung gekäst.»
Der Wein sorgte derweil dafür, dass die Stimmung – und damit auch die Unterhaltungen zwischen den Teilnehmern – im Laufe des Abends herzlicher und intensiver wurde. Das wiederum führte dazu, dass die Erklärenden immer häufiger um Contenance bitten mussten, um zu erklären, was grade auf den Tellern oder in den Gläsern landete.
Der gelungene Abend war auch Vorbereitung auf den Königsteiner Weihnachtsmarkt, der am kommenden Wochenende ansteht und auf dem der Städtepartnerschaftsverein mit einem Stand vertreten sein wird. Die provençalischen Produkte und die traditionelle Käse-Lauch-Suppe sollen dazu beitragen die Arbeit des Vereins publik zu machen.
«Der Stand hat sich über die Jahre hinweg zu einem echten Treffpunkt entwickelt», so Siepenkort voller Vorfreude.

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