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Taunus-Zeitung vom 16.01.2024

„Die beste Waffe gegen Propaganda und Lügen“ 

Bereit zu Abschied und Neubeginn müsse das Herz sein bei jedem Lebensrufe. So schreibt es der Meister des „Glasperlenspiels" in Hermann Hesses Roman. Unausgesprochen schwangen die Verse aus dem Gedicht „Stufen" über dem Neujahrsempfang des Förderkreises Städtepartnerschaft. Wolfgang Riedel, von der Gründung des Vereins vor mehr als 50 Jahren an für die Partnerschaft mit Le Cannet engagiert, hieß letztmals als Vorsitzender die „unglaublich zahlreichen" Gäste willkommen. Die Menschen füllten das Foyer des Hauses der Begegnung. Tout Königstein - ganz Königstein - schien vertreten.

Besonderen Charme strahlten das amtierende Burgfräulein Angelika I. und Lavendelkönigin Lisa III. aus; in ihren pittoresken Uniformen war die historische Festungsgarde präsent. Dazu gesellten sich Delegationen aus dem Vereinsleben und der städtischen Politik. Schließlich steht in näherer Zukunft ein Wechsel ebenso an der Spitze des Rathauses an.

Indem sie tonschön und sehr musikalisch ein Bach-Menuett musizierten, setzten die beiden Geschwister Sophia (7) und Thomas (10) Wingenfeld eingangs einen mit viel Beifall bedachten festlichen Akzent.

Diesen Ton griff Riedel auf und ließ das vergangene Jahr Revue passieren. Seine Worte weckten die Bilder der Reise nach Le Cannet, rund 110 Königsteiner besuchten zum 50-jährigen Jubiläum die Partnerstadt an den Gestaden des Mittelmeers. „Wir schauen mit Stolz und mit Freude auf diese fünf Jahrzehnte zurück", sagte der Vorsitzende. Ganz im Sinne des Anfang 1963 von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer unterzeichneten Élysée-Vertrags habe sich eine lebendige Freundschaft zwischen den Menschen beider Städte entwickelt. Ein friedliches und demokratisches Europa sei vielfach zur Selbstverständlichkeit geworden. Ereignisse wie Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und die mörderischen Attacken der Hamas gegen Israel zeigten jedoch, „dass Friede und Demokratie immer neu gewonnen und verteidigt werden müssen", hob Riedel hervor. „Der Himmel über Europa hat sich deutlich eingetrübt." Der europäische Gedanke werde sowohl von außen als auch von innen infrage gestellt und bedroht. Riedel: „Dabei handelt es sich um eine Minderheit, aber sie tritt laut auf und vergiftet die Herzen mit Lüge und Demagogie." Es gelte, bei jungen Menschen „das Interesse für die Kultur der Nachbarn zu wecken", um dem entgegenzuarbeiten. „Fremdes und Unbekanntes zu entdecken ist die beste Waffe gegen die Propaganda und die Lügen von Populisten!"

Diesen Worten schloss sich der scheidende Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) an, der die Grüße und guten Wünsche der städtischen Gremien überbrachte. Begonnen habe sein Einsatz für die Verständigung und Freundschaft mit Frankreich mit einem Jugendaustausch 1972, an dem er als 19-Jähriger teilgenommen habe, blickte der seitherige Vorsitzende zurück. Ein Jahr später reiste mit der Königsteiner Delegation des Fanfarencorps an die Côte d'Azur. Die damaligen Teilnehmer Dieter Giese, Emil Hees und Norbert Hees fühlen sich bis heute der Städtepartnerschaft verbunden, wie sie am Rande betonten.

„Die mehr als 50 Jahre im Dienste der Partnerschaft haben mein Leben geprägt", sagte Riedel bewegt. Nun sei es Zeit, „die Verantwortung in andere, jüngere Hände zu legen". Das werde im Rahmen der Mitgliederversammlung am 15. März geschehen.

Nachfolgen solle ihm sein bisheriger Stellvertreter Alexander Hees. Dank dessen langjähriger und vielfältiger Erfahrung sowohl in Vereinen als auch in der Politik sieht Riedel einen reibungslosen Übergang gewährleistet. Er sehe dieser neuen Aufgabe, die ihm sehr am Herzen liege, mit viel Freude und Zuversicht entgegen, sagte Hees.

„Zutiefst geehrt" fühlte sich Burgfräulein Angelika, deren Amtszeit dieser Tage ebenfalls endet. „Ich hatte das Privileg, alle vier Partnerstädte zu besuchen." In jeder sei sie „mit offenen Armen empfangen" worden. An Le Cannet habe sie „die Wärme und Herzlichkeit der Menschen beeindruckt", hob sie hervor. Dass ein festes Band zwischen beiden Städten bestehe und diese Verbindung gestärkt werde, nannte sie „lebensnotwendig und wertvoll für die Städte". Begleitet von den beiden Geigerinnen Miriam Ulitzka und Jelka Stipnieks, Lehrerin an der Königsteiner Musikschule, sang die versammelte Gästeschar die Europa-Hymne.

Quellenangabe: Taunus Zeitung vom 16.01.2024, Seite 14 von Ulrich Boller

 

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