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Wanderung rund um Idstein am französischen Nationalfeiertag Sonntag, den 14.07.2024

Beitrag vom 14. Juli 2024 unter: Aktuelles, Berichte, Bildergalerien, Tageswanderungen

Besser hätte es das Wanderteam des Förderkreises der Städtepartnerschaft nicht treffen können. Exakt zum französischen Nationalfeiertag, am Sonntag 14. Juli, wurde eine Wanderung „Rund um Idstein“ angeboten. Die Mitglieder des Vereins ließen sich nicht zweimal bitten und im Nu war diese Wanderung mit 25 Personen ausgebucht.

Ausgangspunkt war der Hexenturm

Ausgangspunkt war der Hexenturm, das älteste erhaltene Bauwerk Idsteins und gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt. Er entstand in drei Bauabschnitten um 1170, 1240 und 1500. Nach mehreren kleineren Um- und Anbauten im 18. Jahrhundert erhielt er 1810 sein heutiges Aussehen. Der volkstümliche Name „Hexenturm“ folgt einer allgemeinen Mode des 19. Jahrhunderts und hat mit den Hexenverfolgungen, die im 17. Jahrhundert in Idstein stattfanden, nichts zu tun.

Heiter bis wolkig zeigte sich der Himmel, sodass die Wanderer auf der einfachen Wanderung mit allgemein guten Wegen, moderaten Steigungen, durch dicht belaubte Wälder und unterwegs im freien Gelände mit schönen Aussichten belohnt wurden. Nach etwas mehr als drei Stunden war die Altstadt von Idstein wieder erreicht und die Gruppe kehrte in einem indischen Restaurant in der Weiherwiese ein – verkehrsberuhigt und umgeben von typischen Fachwerkgebäuden.

1. Vorsitzender stellt neuen Flyer vor

Zum Mittagessen zugestoßen ist dann der 1. Vorsitzende des Vereins, Alexander Hees. Er bedankte sich bei Detlef Goepel-Abtt und Dr. Oskar Mayr für die Ausarbeitung dieser herrlichen Sommerwanderung. Gleichzeitig stellte er den Wanderern den sehr gelungenen neuen Flyer des Vereins vor, der viel positive Zustimmung fand.

Stadtrundgang mit einem „Fachwerkhaus Spezialisten“

Nach dem Mittagessen lud Detlef Goepel-Abtt zu einem Stadtrundgang ein, der zu den bekanntesten historischen Gebäuden Idsteins führte. Ausgangspunkt war der „König-Adolf-Platz“. Der Platz ist die „Gut Stubb“ Idsteins. Seinen Namen nach dem einzigen deutschen König aus dem Hause Nassau, König Adolf (um 1250 – 1298), trägt er seit 1946. Als Marktplatz war er von alters her der zentrale Platz der Stadt. Hierher wurden Versammlungen einberufen und hier wurde Gericht gehalten. Heute wird der von Fachwerkhäusern gerahmte Platz für Konzerte, Theateraufführungen und erneut für Märkte genutzt. Wohin das Auge reicht, kann man wunderbar restaurierte Fachwerkhäuser bewundern. Als erstes fällt das „Killingerhaus“ ins Auge. Das Killingerhaus, heute Tourist-Info und Stadtmuseum, ist eines der schönsten Idsteiner Fachwerkhäuser und das mit der reichsten Schnitzornamentik. Sehr interessant anzusehen ist auch das blaue „Schiefe Haus“. Das für Idstein ungewöhnlich hohe Fachwerkhaus mit vier Vollgeschossen wurde 1727 vom Major der Stadtmiliz Johann Jacob Nicolay erbaut. Im linken Hausteil befand sich von 1736 – 1745 die Idsteiner Apotheke; später wurde das Haus als Geschäfts- und Wohnhaus genutzt. Seit einer Totalsanierung zwischen 1995 – 1997 ist das „Schiefe Haus“ Teil des Idsteiner Rathauses. In die „Schieflage“ geriet das Gebäude durch konstruktive Mängel. Die „Unionskirche“ ist ein weiteres Highlight dieser interessanten Stadtführung. Um 1340 unter Einbeziehung älterer Gebäudeteile eines Vorgängerbaues als Stiftskirche St. Martin errichtet, wurde die Kirche ab 1669 zu einer Predigt- und Hofkirche umgestaltet. Die reiche Verwendung von Lahnmarmor für Arkaden, Säulen, Taufstein, Altar, Kanzel und Grabmäler (unter anderem der Grafen und Fürsten von Nassau) prägen den Charakter der Kirche. Besonders eindrucksvoll sind die an Wänden und Decke befindlichen 38 Leinwandgemälde mit biblischen Themen im Stile der Rubens-Schule, im 17. Jahrhundert von Michael Angelo Immenradt und Johann von Sandrart angefertigt. Ihren heutigen Namen „Unionskirche“ erhielt sie 1917 in Erinnerung an den hundert Jahre zuvor vollzogenen Zusammenschluss der Lutheraner und der Reformierten.

Detlef Goepel-Abtt hatte sich intensiv mit dem anspruchsvollen Thema des Fachwerkbaus auseinandergesetzt und konnte im Stile eines „Fachwerkhaus-Spezialisten“ alle Fragen zu Bauweise und verwendeten Materialien beantworten.

Zum Abschluss dankten die Teilnehmer den Organisatoren für diese sehr aufschlussreiche Führung durch das kleine, aber feine Idstein und für die sehr gut ausgearbeitete Wanderung.

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