Förderkreis-Chef lobt lebendige Partnerschaften und äußert eine Sorge
Königstein – „Unerlässliche Brücken“ zwischen den Menschen in Europa sind nach den Worten von Alexander Hees die Städtepartnerschaften. Angesichts der „geopolitischen Herausforderungen“, die sich im Krieg gegen die Ukraine manifestierten, „ist es umso wichtiger, dass Deutschland und Frankreich als Partner zusammenstehen“, hob der Vorsitzende des Förderkreises Städtepartnerschaft hervor. Hees gab während des Empfangs zum neuen Jahr seiner Sorge Ausdruck, das Anwachsen „populistischer und extremistischer Stimmen“ führe zu mehr Nationalismus und Egoismus. „Die Bürger müssen ihre Stimme erheben für ein freiheitliches Europa“, sagte er im Haus der Begegnung. Betischt und bestuhlt hatten die Helfer des sehr aktiven Vereins diesmal den großen Saal statt wie in den Vorjahren das Foyer.
Die Entscheidung erwies sich als sinnhaft, folgten doch rund 150 Gäste der Einladung. Darunter fanden sich Vertreter städtischer Gremien, von zahlreichen Vereinen Königsteins und seiner Stadtteile; die Festungsgarde zeigte sich in ihren historischen Uniformen. Besonderen Glanz verliehen der vormittäglichen Stunde Burgfräulein Jessica und Lavendelkönigin Lisa. Seine Grüße und guten Wünsche ließ François Aigrot übermitteln, der Cannetaner Vorsitzende.
Klimawandel und geopolitische Spannungen lassen es laut Hees notwendig erscheinen, dass die beiden zentralen Nationen Europas „gemeinsam ihre Rolle wahrnehmen“. Im Rahmen dieser Aufgaben bilden die Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden „lebendige Netzwerke des Austauschs“. Das zeigten die Aktivitäten beider Partnerschaftsvereine. Den Besuch von 50 Cannetanern kurz vor Weihnachten einschließlich der Fahrt zum Mainzer Weihnachtsmarkt sowie die Feiern zum 275. Jahrestag der Partnerstadt an den Gestaden des Mittelmeers nannte er als Beispiele freundschaftlicher, herzlicher Verbundenheit.
Applaus für Musik-Nachwuchs
Obgleich weder Jubiläen noch Jahrestage anstünden, entfalte der Verein „bemerkenswerte Aktivitäten“ über das Jahr hinweg, sprach Erster Stadtrat Jörg Pöschl den Mitgliedern Dank und Anerkennung aus. Betrachte man das, was in den kommenden zwölf Monaten geplant sei, „dann steht doch sehr viel mehr dahinter als ein normales Vereinsjahr“, hob das Magistratsmitglied hervor. Pöschl überbrachte Grüße der städtischen Gremien und der urlaubsbedingt abwesenden Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko. Er sprach sich dafür aus, „die deutsch-französische Achse neu zu beleben und zu stärken, freilich ohne dabei die weiteren europäischen Partner aus dem Auge zu verlieren“.
Ehe ein gut zehnminütiger Film zum Jubiläum die südfranzösische Partnerstadt porträtierte, wiesen die Ehrenmitglieder Marie-Charlotte Siepenkort und Wolfgang Riedel zum einen auf den Film „8 Femmes“ (F/2002; 111 Minuten) hin, der im Bad Sodener Kino „Casablanca“ läuft (Sonntag, 19. Januar, 20 Uhr, „Zum Quellenpark 2“). Zum anderen steht die Wanderwoche an (10. bis 17. Juni in Oberstdorf).
Mit einem Bach-Menuett hatten die Geschwister Sophia (Violoncello) und Thomas Wingenfeld (Violine) die Zusammenkunft eingeleitet, unterstützt von Vater Dirk. Das Spiel der beiden Flötistinnen Ida Katzenbach und Sophia Oellerich gefiel ebenso, sie boten eine Suite des Berliner Komponisten Johann Georg Linicke (1680-1762). Die jungen Leute, die an der Königsteiner Musikschule ausgebildet werden, erhielten viel herzlichen Beifall. Am Steinway-Flügel stimmte Maria Pia Vetro die Europa-Hymne an, Ludwig van Beethovens „Freuden-Thema“ aus dem Chorfinale der Neunten.
Quellenangabe: Taunus Zeitung vom 15.01.2025, Seite 27


